Regierung will sich aus Postbank-Verkaufsprozess heraushalten

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung will sich aus dem Verkaufsprozess für die Deutsche Postbank nach eigenen Angaben heraushalten.

"Wir werden nicht in den Prozess eingreifen", sagte der Sprecher des Finanzministeriums am Mittwoch in Berlin. Seitens des Bundes gebe es keine Bedingungen. Der Verkauf der Postbank sei allein Sache des Unternehmens, nämlich der Eigentümern Deutsche Post.

Der Bund ist zwar nicht mehr direkt Aktionär bei der Post. Allerdings ist der Staat über die Förderbank KfW, die noch 31 Prozent der Aktien hält, indirekt Aktionär des Unternehmens.

Die Deutsche Post will Finanzkreisen zufolge voraussichtlich noch an diesem Mittwoch die Weichen für einen Verkauf der Postbank stellen. Zahlreiche Institute hätten die Fühler nach dem Geldhaus ausgestreckt. Noch im Laufe des Tages sei mit einer Erklärung des Konzerns zur Postbank zu rechnen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Bereits am Dienstag hatte es geheißen, die Post wolle rasch mit dem Verkauf ihres Mehrheitsanteils an dem Geldhaus ernst machen. Eine Sprecherin der Post und ein Sprecher der Postbank wollten dazu nicht Stellung nehmen.

Die Aktien der Postbank eröffneten am Morgen mit einem deutlichen Plus und notierten am frühen Nachmittag 57,36 Euro, ein Zuwachs von rund 5,8 Prozent. Die Papiere des Mutterkonzerns Deutsche Post legten leicht zu. Unter den Interessenten für die Bank seien die ING, Banco Santander, die Deutsche Bank und die britische Lloyds TSB, hieß es weiter. Dabei schwinden offenbar die Chancen für das in der Branche heiß diskutierte Dreierbündnis aus Postbank, Commerzbank und Dresdner Bank. Es sei aber noch zu früh, bereits von einem Favoriten zu sprechen, war weiter zu erfahren.



Quelle: Reuters (25. Juni 2008)

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Themen: Berlin , Kfw , Sprecher , Deutsche Post , Postbank

Erschienen 25. Juni 2008 bei http://www.reuters.com.

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