Regierung sieht Spielraum für niedrigeren Rentenbeitrag
Reuters | 18. November 2009 — Berlin (Reuters) - Der Beitragssatz zur Rentenversicherung kann nach Einschätzung der Bundesregierung Mitte des nächsten Jahrze…
Meseberg (Reuters) - Die Renten werden nach Einschätzung der Bundesregierung bis zum Jahr 2023 um durchschnittlich gut 1,6 Prozent pro Jahr steigen.
In ihrem am Mittwoch verabschiedeten Rentenversicherungsbericht sieht die Regierung zudem für Mitte des nächsten Jahrzehnts Spielräume für kleine Beitragssenkungen in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Bis zum Jahr 2014 bleibe der Beitragssatz zunächst stabil bei 19,9 Prozent, heißt es in dem Bericht, den das Bundeskabinett bei seiner Klausur in Meseberg verabschiedete. 2015 werde er dann zunächst auf 19,8 Prozent sinken und dann weiter auf 19,4 Prozent im Jahr 2016. Auf diesem Niveau bleibe er bis zum Jahr 2020, danach steigt der Beitrag den Vorausberechnungen zufolge wieder an: auf 20,2 Prozent im Jahr 2021, auf 20,5 Prozent im Jahr 2022. Im Jahr 2023 soll der Satz schließlich bei 20,6 Prozent liegen.
Eine Senkung der Beitragslast ist laut Gesetz erst dann möglich, wenn die Rücklagen der Rentenkasse auf 1,5 Monatsausgaben angewachsen sind. Dies soll nun Ende 2014 der Fall sein. Ende 2009 erreicht die Reserve nach Berechnungen der Bundesregierung ein Volumen von 15,9 Milliarden Euro, was knapp einer Monatsausgabe entspricht. Wegen der Krise werde die Reserve in den Folgejahren zunächst bis auf 0,7 Monatsausgaben Ende 2011 abgebaut. Ab 2012 werde sie aber wieder anwachsen.
Im Rentenversicherungsbericht des vergangenen Jahres war die Bundesregierung noch davon ausgegangen, dass der Beitragssatz schon 2012 auf 19,2 Prozent gesenkt werden kann. Auch mit den Erhöhungen ihrer Altersbezüge müssen sich die rund 20 Millionen Rentner zunächst gedulden. Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung zufolge müssen sich die Senioren 2010 und 2011 auf zwei Nullrunden hintereinander einstellen.
Erschienen 18. November 2009 bei http://www.reuters.com.
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