Regierung irritiert über Demo-Verbot von deutscher Firma im Iran

Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung zeigt sich irritiert über ein angebliches Demonstrationsverbot einer deutschen Firma für ihre Mitarbeiter im Iran.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Freitag hat der bayerische Baustoffhersteller Knauf auf Druck der Regierung in Teheran Beschäftigten die Entlassung angedroht, wenn sie bei einer Demonstration gegen die iranische Regierung festgenommen würden. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte dazu, es habe keine eigenen Erkenntnisse darüber. "Aber für den Fall, dass der Artikel zutrifft, würden wir es nicht begrüßen und nicht gutheißen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Von der Knauf Gips KG war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der für das Knauf-Auslandsgeschäft zuständige Jörg Schanow sagte dem "Wall Street Journal", es gehe in der Anweisung an die iranischen Beschäftigten nicht darum, jegliche Beteiligung an Demonstrationen zu untersagen. Ziel sei aber Zurückhaltung bei Aktionen, die der Firma schaden könnten. Der Zeitung zufolge war ein führender deutsch-iranischer Mitarbeiter von Knauf im Iran kürzlich bei einer Demonstration festgenommen worden. Die Behörden hätten seine Freilassung von einer klaren Anweisung der Firma gegen eine Beteiligung von Beschäftigten an regierungskritischen Aktionen abhängig gemacht.

In einem Schreiben an die Beschäftigten im Iran vom 21. Juli, aus dem das "Wall Street Journal" zitiert, kündigt Knauf harte Sanktionen an. Mitarbeiter würden nicht nur ihre private Meinung repräsentieren, sondern auch das Unternehmen. "Deshalb, wird von sofort an, jedes Firmenmitglied, das bei einer Demonstration gegen die aktuelle Regierung festgenommen wird, sofort entlassen", zitiert das Blatt aus dem Schreiben weiter.

Die Bundesregierung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wie auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier haben in den vergangenen Wochen wiederholt die iranische Regierung für das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten öffentlich kritisiert. Die Unternehmensgruppe Knauf gehört zu den führenden Baustoffherstellern weltweit mit 22.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern und ist seit mehren Jahrzehnten im Iran tätig.

Die Proteste im Iran dauern trotz des massiven Vorgehens der Regierung seit der Präsidentenwahl vom 12. Juni an. Erst am Donnerstag war die Polizei mit Tränengas und Knüppeln gegen Tausende Iraner vorgegangen, die in Teheran der Opfer der jüngsten Proteste gegen die Regierung gedachten. Bei der Wahl wurde Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad zum Sieger erklärt. Die Opposition wirft der Führung Wahlbetrug vor.



Quelle: Reuters (31. Juli 2009)

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Themen: Cdu , Bundesregierung , German General News , Domestic Politics , Iran , Demo , Sprecher , Demonstration , Teheran , Wall Street Journal , Wall Street , Asia , Angela Merkel , Elections , RG , Middle East , "riots, Demonstrations And Internal Disturbances" , Emerging Countries , Iran (islamic Republic Of)

Erschienen 31. Juli 2009 bei http://www.reuters.com.

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