Bischöfe streiten über Rehabilitierung von Williamson
Reuters | 4. Februar 2009 — Berlin (Reuters) - Unter deutschen Bischöfen ist ein Streit über die Rehabilitierung des Holocaust-Leugners Richard Williamson …
Berlin (Reuters) - Im Streit über die Rehabilitierung eines Holocaust-Leugners hat der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller Papst Benedikt XVI. in Schutz genommen.
Benedikt sei die Position des britischen Bischofs Richard Williamson zum Völkermord der Nazis an sechs Millionen europäischen Juden persönlich nicht bekannt gewesen, sagte Müller am Mittwoch in der ARD. "Er selbst hat keinen Fehler gemacht und braucht sich nicht zu entschuldigen", sagte Müller.
Der Regensburger Bischof bezeichnete Williamsons Leugnung des Holocausts als idiotisch. "Er hat in furchtbarer Weise der Kirche geschadet und den Papst reingelegt", sagte Müller über den von Benedikt rehabilitierten Geistlichen. Williamson habe im Bistum Regensburg Hausverbot. Der Brite ist einer von vier Geistlichen der ultrakonservativen Pius-Brüderschaft, deren 20 Jahre zurückliegende Exkommunikation der deutsche Papst aufhob. Anlass der Exkommunikation war die damals vom Vatikan abgelehnte Weihe der Geistlichen zu Bischöfen.
Die Kirchenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ingrid Fischbach, begrüßte die Forderung von Bundeskanzlerin Angela Merkel an den Papst, klar Stellung zu beziehen. Das Leugnen des Holocausts sei in Deutschland eine Straftat. Da sei es sinnvoll, wenn die Kanzlerin sich in die Kontroverse einschalte, sagte Fischbach im Deutschlandfunk. "Hier geht es auch um das Ansehen unseres Landes."
Erschienen 4. Februar 2009 bei http://www.reuters.com.
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