Verständlichere Gesetze
Internet-Law | 17. März 2009 — Im Bundesministerium der Justiz nimmt zum 1. April 2009 der Redaktionsstab Rechtssprache seine Arbeit auf. Sprachwis…
Im Bundesministerium der Justiz nimmt zum 1. April 2009 der Redaktionsstab Rechtssprache seine Arbeit auf. Sprachwissenschaftler sollen dort künftig die Mitarbeiter aller Bundesministerien bei der Formulierung von Rechtsvorschriften fachkundig beraten. Damit wird das vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache begonnene Pilotprojekt “Verständliche Gesetze” fortgeführt und ausgeweitet. Ob es was nützt? Angeblich ja - meint zumindest die Bundesjustizministerin:
“Die Sprachberatung im Modellprojekt “Verständliche Gesetze” war ein voller Erfolg. Das Projekt hat bewiesen, dass Gesetze selbst bei engen Zeitvorgaben sehr viel besser formuliert werden können, wenn sprachwissenschaftlicher Sachverstand - fachlich und juristisch neutral - herangezogen wird. Ich denke hierbei zum Beispiel an das neue Versorgungsausgleichsgesetz und das neue Wohngeldgesetz. Natürlich enthalten die Gesetze auch künftig viel Fachsprachliches, das ist weitgehend unvermeidlich. Kein Laie wird je nach einem Blick in das Bundesgesetzblatt einen Prozess führen können. Aber gerade dort, wo das Recht vom Bürger ein bestimmtes Verhalten verlangt, sollten die Vorschriften doch so verständlich wie möglich sein.”
Will sagen: Ein “normaler Mensch” kann die Gesetze zwar auch weiterhin nicht verstehen, aber wir haben jetzt wenigstens ein gutes Gefühl dabei.
Das bisherige Pilotprojekt wird deshalb jetzt in größerem Rahmen fortgeführt: Das Bundesministerium der Justiz stellt zwei Sprachwissenschaftler ein. Sie werden von einer mindestens sechsköpfigen externen Sprachberatungsgruppe unterstützt. Dieser neue “Redaktionsstab Rechtssprache” beim Bundesministerium der Justiz soll von allen Bundesministerien möglichst frühzeitig einbezogen werden, wenn Gesetze entworfen werden. Spätestens im Rahmen der Prüfung der Rechtssystematik und der rechtsförmlichen Einheitlichkeit durch das Bundesministerium der Justiz soll der Redaktionsstab bei allen wichtigen Gesetzgebungsvorhaben auf die Verständlichkeit achten. Der Redaktionsstab Rechtssprache soll die Gesetzestexte analysieren und Vorschläge unterbreiten, wie sie verständlicher gefasst werden können.
In der öffentlichen Ausschreibung für die Sprachberatungsleistungen hat die Gesellschaft für deutsche Sprache mit ihrem Konzept für die künftige Sprachberatung den Zuschlag erhalten und wird den Redaktionsstab Rechtssprache stellen. Sie hat mit ihrem Redaktionsstab beim Deutschen Bundes……
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