Rechtsmediziner: Afrikaner hat zwei Frauen mit HIV infiziert
am 10.01.2007 von schreibmaschine
Am
dritten Verhandlungstag im HIV-Prozess vor dem Würzburger
Landgericht hat sich der Verdacht bestätigt, dass der Angeklagte
zwei seiner Opfer mit dem Aids-Erreger infiziert hat. Der bei den
beiden Frauen festgestellte Virustyp stimme mit dem des 38-jährigen
Kenianers überein, erklärte Rechtsmediziner Professor Dr.
Dieter Patzelt.
Wie
berichtet, muss sich der Kenianer wegen versuchtem Totschlag in
sieben Fällen und zweifacher gefährlicher Körperverletzung
vor dem Schwurgericht verantworten. Die Anklage geht davon aus, dass
der HIV-positive Mann seit Herbst 1999 versucht hat, seine
Sexualpartnerinnen absichtlich mit dem HI-Virus zu infizieren.Nachdem er sich selbst bei einer Deutschen angesteckt hatte, soll er
laut Staatsanwaltschaft %u201Eaus Hass auf deutsche Frauen%u201C mit
mindestens sieben Frauen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren
ungeschützt geschlafen haben, ohne sie über seinen Zustand
aufzuklären.
Zuvor
saß der mehrfach vorbestrafte Kenianer bereits in
Abschiebehaft. Er konnte im September 1999 aber aus humanitären
Gründen nicht in sein Heimatland abgeschoben werden, weil die
Infektion mit dem Aids-Erreger festgestellt worden war.
Wegen
der großen Übereinstimmung des Virustyps sei davon
auszugehen, dass der Angeklagte zwei einer Opfer mit dem Aids-Erreger
infiziert hat, sagte Patzelt. Dass sich die beiden Frauen auf anderem
Weg oder bei einem anderen Sexualpartner angesteckt haben, sei
allerdings %u201Enicht völlig ausschließbar%u201C, so der
Rechtsmediziner auf die Frage von Verteidiger Dr. Hanjo Schrepfer
(Würzburg).
Dass
einige seiner Freundinnen auch weiter ohne Kondom mit dem Angeklagten
schliefen, nachdem sie von seiner HIV-Infektion erfahren hatten,
bestätigte die Mutter eines Opfers im Zeugenstand. Spätestens
als sie mit der Tochter des 38-Jährigen schwanger war, wurde die
junge Frau mehrfach über die Gefahren des ungeschützten
Geschlechtsverkehrs für sich und ihr Baby aufgeklärt,
schlug aber jegliche Warnung in den Wind.
%u201ESie hat sich keinen
großen Kopf gemacht%u201C, sagte die Mutter der 24-Jährigen,
die großes Glück hatte und sich im Verlauf ihrer
mehrjährigen Beziehung mit dem Afrikaner nicht angesteckt hat. Ihre
Tante beschrieb den Angeklagten als freundlichen, hilfsbereiten
Menschen mit einem guten Herz. Übel nehme sie ihm nur, dass er
trotz vieler Ermahnungen immer wieder ohne Kondom mit ihrer Nichte
und anderen jungen Frauen geschlafen habe, so die 44-Jährige.
Ein gänzlich anderes Bild von dem Afrikaner zeichnete die
Freundin eines weiteren Opfers. Sie sei von dem 38-Jährigen
bedroht und angegriffen worden, als sie ihrer Freundin nach deren
HIV-Infektion zur Seite stand, so die 27-Jährige. Bevor sie
Details erzählen konnte, wurden Öffentlichkeit und Presse
aus Gründen des Opferschutzes ausgeschlossen. Der Prozess wird
heute fortgesetzt.
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