LG Coburg: Anwalt muss ordentlich abrechnen
Anwaltskanzlei Ferner Alsdorf | 19. März 2010 — Zuerst einmal selbstverständliches stellt das LG Coburg (11 O 680/08) fest: Ein Anwalt hatte mit seinem Klienten eine Abrechu…
Will ein Rechtsanwalt aufgrund einer entsprechenden Vergütungsvereinbarung nach Stunden abrechnen, gehört zu einer ordnungsgemäßen Abrechnung eine vollständige, prüfbare Stundenliste. Mit dieser Begründung wies jetzt das Landgericht Coburg die Klage einer Verrechnungsstelle ab, die einen ihr abgetretenen Honoraransprüche eines Anwalts eingeklagt hatte, aber die abgerechneten Tätigkeiten des Rechtsanwalts nicht im Einzelnen angeben konnte.
Die Klägerin hatte 4.000,00 € netto aus der abgetretenen Rechnung eines Anwalts eingeklagt. Die Beklagte hatte mit dem Rechtsanwalt eine Stundenhonorarvereinbarung abgeschlossen. Der Rechtsanwalt stellte daraufhin 4.000,00 € in Rechnung. Diese Forderung trat er an die Verrechnungsstelle ab. Die beklagte Mandantin wandte ein, dass es für sie nicht nachvollziehbar sei, auf welche Tätigkeit sich das abgerechnete Stundenhonorar beziehe. Der Rechtsanwalt habe sie in einer Vielzahl von Verfahren, gerichtlich und außergerichtlich, vertreten. Diese seien gesondert abgerechnet worden. Im Rahmen der gestellten Rechnung sei auch keine minutengenaue Abrechnung erfolgt, wie dies zwischen der Beklagten und dem Rechtsanwalt vereinbart worden war.
Das Landgericht Coburg wies die Zahlungsklage der Verrechnungsstelle ab: Die Abrechnung des Rechtsanwalts entsprach nach Auffassung des Gerichts nicht den Erfordernissen. Im Falle der Vereinbarung eines Zeithonorars auf Stundenbasis gehören in die Berechnung des Rechtsanwalts die Anzahl der Stunden und Leistungsnachweise, aus denen sich ergibt, wer welche Zeit für welche Tätigkeit aufgewendet hat. Der Berechnung des Rechtsanwalts konnte lediglich ein Leistungszeitraum entnommen werden, aber nicht welche Tätigkeiten der Anwalt erbracht haben will.
Dies war im vorliege…
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