Rechtsanwalt: Einstiegsgehälter für Berufsanfänger
In der Öffentlichkeit besteht häufig der Eindruck, dass der Rechtsanwalt die Lizenz zum Gelddrucken habe. Dieses mag im Einzelfall durchaus stimmen, doch die breite Masse der Berufsanfänger kann über diese Vorstellung nur müde lächeln. In Zeiten der “Anwaltsschwemme” werden junge Rechtsanwälte manchmal sogar mit sittenwidrigen Einstiegsgehältern von monatlich 1.000,00 EUR beschäftigt - zum Vergleich: Eine ausgebildete Rechtsanwalts- und Notarsfachangestellte soll nach den Empfehlungen des Deutschen Anwaltsvereins im ersten Berufsjahr 1.200,00 - 1.500,00 EUR monatlich verdienen und ein Rechtsreferendar hat im Jahre 2007 in Nordrhein-Westfalen eine Unterhaltsbeilhilfe von 894,25 EUR brutto erhalten.
Was ist aber ein angemessenes Mindesteinstiegsgehalt für einen beginnenden Rechtsanwalt? Diese Frage stellte sich bereits in mehreren Prozessen, bei denen “Hungerlöhne” moniert wurden. Selbstverständlich gibt es Spitzenabsolventen unter den Berufsanfängern, die bereits Jahresgehälter im sechsstelligen Bereich verdienen. Diese Berufsanfänger können aber nicht als allgemeiner Maßstab genommen werden.
Der Anwaltsgerichtshof NRW hat in einem Beschluss vom 02.11.2007 (2 ZU 7/07) entschieden, dass eine Mindestvergütung von monatlich 2.300,00 EUR als Richtmaß für ein Einstiegsgehalt eines Rechtsanwalts ohne besondere Spezialisierung, ohne besondere Zusatzqualifikation und ohne Prädikatsexamen bei Vollzeitstelle angemessen sei. Das Gericht beruft sich dabei auf aktuelle Studien, wonach das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen angestellter Rechtsanwälte ohne Prädikat…
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Erschienen 14. Juli 2008 auf http://www.rechtsanwalt-news.de.
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