Rat von Ministerinnen: Krankenkassen kritisch prüfen

Berlin (Reuters) - Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt haben die Bürger zur kritischen Prüfung bei der Wahl ihrer Krankenkasse und gegebenenfalls zum Wechsel aufgefordert.

Von der Leyen rief die Bürger in der "Bild am Sonntag" indirekt zum Boykott von Krankenkassen auf, wenn diese nach Einführung des Gesundheitsfonds ihre Beiträge unangemessen erhöhten. Sie könne den Familien "nur empfehlen: Schauen Sie Ihrer Krankenkasse genau auf die Finger und wechseln Sie die Kasse, wenn sie mehr Geld von Ihnen verlangt", sagte die CDU-Politikerin. Die Auswahl sei groß genug. "Kassen, die gut wirtschaften, werden ihren Versicherten Geld zurückgeben können. Kassen, die schlecht wirtschaften, werden Zuschläge verlangen müssen."

Die Ministerin verteidigte den Gesundheitsfonds gegen Kritik auch aus der CSU. "Der Gesundheitsfonds macht nichts teurer. Er schafft Gerechtigkeit", sagte von der Leyen. "Jede Kasse bekommt denselben Betrag pro Versicherten. Damit hört die Jagd nach den jungen Besserverdienenden auf. Und jede Kasse kann zeigen, was sie mit dem Geld ihrer Versicherten macht."

Auch Gesundheitsministerin Schmidt forderte zu mehr Vergleichen auf. "Ich empfehle allen Versicherten: Schaut Euch immer sehr genau die Leistungen Eurer Krankenkassen an", sagte sie Reuters-TV. "Wenn die Menschen wählen, welche Krankenkasse sie nehmen, dann ist es sehr gut, sich vorher zu erkundigen, was bietet die Krankenkasse", sagte sie mit Blick auf unterschiedliche Leistungspaletten. Mit dem Gesundheitsfonds und dem einheitlichen Beitragssatz werde es viel einfacher zu vergleichen. Die Ministerin verwies darauf, dass die Versicherten ein umfassendes Wechselrecht hätten.



Quelle: Reuters (24. August 2008)

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Themen: Berlin , Krankenkassen , Ulla Schmidt

Erschienen 24. August 2008 bei http://www.reuters.com.

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