Rachefeldzug gegen den Staat: Früherer FDP-Politiker will 1000 Kinder adoptieren

Ziemlich skurril hört sich an, was SPIEGEL-ONLINE über den Rachefeldzug eines früheren FDP-Kommunalpolitikers berichtet, der einmal für die Gemeinde Rees im Stadtrat saß. Der 56-jährige Frührentner Jürgen Hass ist vor fast 20 Jahren wegen Betruges zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, zu Unrecht, wie er meint. Jetzt hat er eine Gesetzeslücke entdeckt, die es ihm ermöglicht, eine beliebige Zahl von Kindern zu adoptieren, wenn er zuvor deren Vaterschaft anerkannt hat. Das hat er in einer Vielzahl von Fällen bereits getan: 300 Kinder aus Paraguay, Rumänien, Ungarn, Moldawien, Russland, der Ukraine und Indien hat er bereits als leibliche Kinder anerkannt, weitere 700 sollen bis zum Jahresende folgen. Rechtsgrundlage ist das Kindschaftsrechtsreformgesetzes von 1998., welches Männern die Anerkennung einer Vaterschaft erlaubt, wenn die jeweilige Mutter zustimmt und niemand anderes sich als Vater erklärt. Mit Hilfe "eines Netzwerks von Helfern" habe er bereits 300 Mütter gefunden, die der Anerkennung zugestimmt haben. Hass will mit seiner Aktion erreichen, dass die Kinder via Adoption deutsche Staatsbürger werden und damit alle deutschen Sozialleistungen in Anspruch nehmen und zum Beispiel auch in Deutschland zur Schule gehen oder hier studieren dürfen. Unterhalt muss der Frührentner nicht zahlen, weil er nicht leistungsfähig und seine Rente nicht pfändbar ist. Hass gibt an, den Kindern helfen zu wollen, aber auch einen "persönlichen, privaten Rachefeldzug" gegen den Staat zu führen. Sachen gibt´s .... Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER

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Themen: Kinder , Spiegel Online , Staat , Politiker , Kinder Adoptieren

Erschienen 6. Mai 2006 auf http://www.strafblog.de.

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