Rabiaten Autofahrer zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

Die am Amtsgericht mögliche Höchststrafe von vier Jahren Gefängnis hat ein rabiater 42-Jähriger aus Schwarzach (Kreis Kitzingen) kassiert, der sein Auto als Waffe eingesetzt hat. Der Arbeitlose hatte Ende August einen Fahrradfahrer vorsätzlich angefahren und anschließend noch mit einem Gegenstand brutal auf den Verletzten eingeprügelt.

„Ich habe gedacht, mein letztes Stündlein hat geschlagen. Ich habe mich nur noch zusammengerollt und geschrien“, sagte das 53 Jahre alte Opfer vor dem Schöffengericht. Nach einer Begegnung auf einem engen Flurbereinigungsweg zwischen Dimbach und Gerlachshausen im Kreis Kitzingen hatte der Mann mit erhobener Faust und auch verbal seinem Unmut über die Fahrweise des Autofahrers Luft gemacht.

Der Angeklagte legte eine Vollbremsung hin, wendete und fuhr dem Radler hinterher. „Plötzlich hat hinter mir ein Motor aufgeheult, dann bin ich auch schon durch die Luft geflogen. Er hat mich von hinten gerammt“, so der 53-Jährige. Er blieb mit einem Oberschenkelhalsbruch auf der Fahrbahn liegen.

„Ich war in Rage und habe überreagiert, aber ich wollte ihn nicht verletzen. Ich habe ihn aus Versehen angefahren“, behauptete der Angeklagte. Dazu passt sein Verhalten nach dem vermeintlichen Unfall allerdings nicht: Er stieg aus und schlug mehrfach heftig auf den Verletzten ein. Der Gegenstand, den er dabei in der Hand hielt, wird von Zeugen als Knüppel oder große Stabtaschenlampe beschrieben. Laut Aussage des 42-Jährigen war es der Kasten einer aufrollbaren Hundeleine für seine amerikanische Bulldogge. Gezielt habe er nicht zugeschlagen, sondern „einfach drauf“, sagte der Mann, der bereits 17 Vorstrafen mitbrachte und nur zwei Monate zuvor wegen Diebstahls, Beleidigung und Bedrohung zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war.

Gleich der erste Schlag traf das Opfer im Gesicht, danach schützte der Mann seinen Kopf mit den Händen und zog sich dabei einen Bruch der rechten Hand zu: „Ohne meinen Fahrradhelm wäre ich vielleicht nicht mehr da.“ Nach dem Unfall war er drei Monate lang krank geschrieben. Sein Oberschenkleknochen wird von zwei Nägeln zusammengehalten, die noch operativ entfer…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches

Themen: Juristisches , Faust

Erschienen 6. Januar 2010 auf http://www.woetzel-online.info/.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Überfall mit Taschenmesser

schreibmaschine | 29. November 2009 — Das Konto war leer, der Geldbeutel auch: „Ich war frustriert, weil ich kein Geld hatte“, sagte ein 36-Jähriger am Dienstag als …

Mit Elektrokabel gewürgt: 40 Monate Gefängnis

schreibmaschine | 28. November 2010 — Angeklagt war er wegen versuchten Mordes, verurteilt wurde er auf den Tag genau ein Jahr nach der Tat wegen vorsätzlicher und …

Messerattacke mit 3,6 Promille: Einhalb Jahre Haft

schreibmaschine | 20. September 2007 — Fast 3,6 Promille Alkohol hatte ein 48 Jahre alter Würzburger im Blut, als er einen Zechkumpanen am Wagnerplatz in Grombühl mit…

Tödlicher Unfall: Durfte sehbehinderter Mann Traktor fahren?

schreibmaschine | 5. Juni 2007 — Ein Berufungsprozess gegen einen stark sehbehinderten Mann wegen fahrlässiger Tötung vor dem Würzburger Landgericht ist am Mont…

Gaspistole Gebraucht: Versuchter Mord mit Gaspistole

schreibmaschine | 11. Dezember 2008 — Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tat aus Eifersucht und Hass aus, der Angeklagte will sich nur Sorgen um seine Kinder gemacht…

5 Jahre Jugendstrafe für einen ohne Not gestandenen versuchten Mord

schreibmaschine | 7. Oktober 2010 — Zu insgesamt 5 Jahren Jugendstrafe wegen versuchten Mordes hat die Jugendkammer des Würzburger Landgerichts einen 16-Jährigen a…

Gebrechliche Eltern misshandelt: Gefängnis und Entziehungsanstalt

schreibmaschine | 24. Februar 2010 — Einmal musste das Opfer sogar auf die Intensivstation: Wegen gewalttätiger Übergriffe auf seine gebrechlichen Eltern wurde ein …

Letzte Mitglieder des "Moruk Clan" verurteilt

schreibmaschine | 18. März 2009 — Zwei Nachzügler aus dem so genannten „Moruk-Clan“ beschäftigten in den vergangenen Wochen die Würzburger Justiz: Ein 22-jährige…

Versuchter Totschlag mit Gaspistole: Zwei Jahre elf Monate Haft

schreibmaschine | 18. Dezember 2008 — Nicht nur das Opfer, auch der Täter hatte Glück: Wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung u…

Drogen und Bargeld erbeutet

schreibmaschine | 22. November 2010 — Größere Mengen Drogen und Bargeld erhofften sich ein 28-jähriger Frankfurter und sein Schwager, als sie am Pfingstsamstag einen…