Quo vadis Datenschutz?
Im öffentlichen Fokus des Datenschutzrechts stand letztes Jahr eindeutig der bei SocialMedia. Da war zunächst die überraschende Ankündigung des hamburgischen
Datenschutzbeauftragten, dass Analytics nach knapp
zweijährigem Streit nun endlich datenschutzkonform nutzbar sei. Die Ankündigung war deshalb überraschend, weil in den Monaten zuvor,
die Zeichen eher auf Konfrontation zwischen Google und dem Datenschützer standen. Doch die präsentierte Lösung erscheint bei
genauerem Hinsehen mehr als fragwürdig. Nicht nur erschwert es den Nutzern aufgrund formaler Hürden den Einsatz von Google Analytics,
auch wirft die Lösung neue Fragen auf, ob das gewählte Verfahren tatsächlich datenschutzkonform oder lediglich ein “politischer”
Kompromiss ist.
Das große Thema des Jahres, war allerdings der Streit zwischen Facebook und dem schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten
Weichert. Nach Auffassung des Datenschützers datenschutzrechtlich unzulässig sind der Einsatz von Facebook Seiten und des
Like-Buttons, da hier bereits mit der IP-Adresse personenbezogene Daten i unzulässiger Weise erhoben und verarbeitet würden. Weichert
bringt damit die alte Diskussion über den Personenbezug von IP-Adressen in volle Fahrt. Aber auch die Frage der Verantwortlichkeit
bei der Erhebung von Daten über iFrames wird dabei neu thematisiert.
Beide Fälle haben verdeutlicht, dass es nicht darum geht, komplexe technische Sachverhalte datenschutzgerecht abzubilden oder lange
bestehende Rechtsfragen gerichtlich zu klären, sondern über medienwirksame Aktionen Rechtsansichten durchzusetzen. Ob dies
erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Mit dem Ergebnis von sollte man jedoch nicht allzu viel Klarheit im Datenschutzrecht erwarten.
Während dessen schreiten technische
und Nutzergewohnheiten unbeirrt fort, ohne dem Anschein nach große Rücksicht auf Datenschutz zu nehmen. Insbesondere im Bereich der
Smartphones nehmen die Datensammlungen von Geräteherstellern, Netzprovidern und Appsanbietern drastisch zu. Beispielhaft wurde hier
etwa die Datensammlung des beliebten Messengers Whats App analysiert. Aber weitere Dienste sind auf dem Weg und bieten hohes
Konfliktpotential mit dem Datenschutz. Der große Hype seit Einführung des iPhone 4S ist ganz klar Spracherkennung und Steuerung.
Apple hat mit Siri eindrucksvoll gezeigt, wie mächtig eine sprachliche Steuerung von Geräten sein kann und auf der CES stellen
weitere Hersteller Steuerungen vor, egal ob Smartphone, Computer oder TV. Was ist an Sprachsteuerung datenschutzrechtlich
problematisch? In vielen Fällen, erfolgt die Analyse des Sprachbefehls nicht auf dem jeweiligen Gerät sondern in mächtigen Rechenzen…
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