Quelle muss sich bei Staatshilfe noch gedulden
Reuters | 25. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Das insolvente Versandhaus Quelle muss sich mit der dringend benötigten staatlichen Millionenhilfe noch gedu…
Berlin (Reuters) - Das insolvente Versandhaus Quelle muss sich mit der dringend benötigten staatlichen Millionenhilfe noch gedulden.
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte am Donnerstag, die Regierung prüfe noch die Sicherheiten für den in Frage stehenden Massekredit von Bund und Ländern über 50 Millionen Euro.
Bayern erhöhte derweil den Druck auf die Regierung. Nach den Worten von Ministerpräsident Horst Seehofer sind Bayern und Sachsen uneingeschränkt bereit, dem Traditionsunternehmen finanziell unter die Arme zu greifen. "Ich gehe davon aus, dass Berlin positiv entscheidet", betonte er. Finanzminister Georg Fahrenschon sagte, für den Kredit seien ausreichend Sicherheiten von mehr als 50 Millionen Euro vorhanden. Deswegen müsse der Bund nun der Arcandor-Tochter grünes Licht geben.
Guttenberg verteidigte die Entscheidung gegen eine staatliche Bürgschaft für das Versandhaus. Eine Bewilligung wäre wegen der damit verbundenen Risiken nicht vertretbar und verantwortbar gewesen, sagte er. Eine Option sei der Massekredit, der vom Insolvenzverwalter vorrangig bedient werden muss. "Aber dafür muss gesichert sein, dass Sicherheiten stehen", sagte der CSU-Politiker. Ob das der Fall sei, prüfe nun das dafür zuständige Finanzministerium. In Regierungskreisen hieß es, die Aussichten, dass diese Prüfung positiv ausfalle, seien "nicht schlecht". Auch Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg äußerte Zuversicht. Quelle-Geschäftsführer Konrad Hilbers betonte: "Wir warten stündlich auf die KfW-Kreditzusage aus Berlin."
"Es geht nun darum, aus Berlin möglichst schnell Klarheit zu haben", sagte Seehofer bei der Vorstellung des neuen Quelle-Kataloges im mittelfränkischen Nürnberg. "Von der Bereitschaft des Bundes, 25 Millionen Euro zu übernehmen, kann weiter ausgegangen werden", ergänzte er. "Quelle hat eine Chance verdient, die auch fiskalisch verantwortbar ist."
Guttenberg wies in einem Interview des "Tagesspiegel" (Freitagausgabe) den Vorwurf zurück, er verfolge mit einer möglichen Zusage an das fränkische Versandhaus regionale Interessen. "Ich lege großen Wert darauf, dass es keine Sonderbehandlungen gibt", betonte der Oberfranke.
Der Druckkonzern Schlott teilte indes mit, den Quelle-Warenkatalog erst auszuliefern, wenn das Versandhaus die Rechnung beglichen habe. Ein Ausfall der Zahlungen würde demnach Schlott einen "erheblichen Schaden" zufügen, der sich auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen könne. Schlott kämpft selbst schon seit längerem mit dem Preisdruck der Kunden und will jeden siebten Arbeitsplatz streichen, um aus der Verlustzone herauszukommen.
Über den Massekredit würde Quelle die notwendigen Mittel erhalten, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Der Massekredit ist ein gebräuchliches Mittel in Fällen der Insolvenz eines Unternehmens, um dessen Fortbestand erst einmal zu sichern. Die Geldgeber des Kredits haben gegebenenfalls ersten Zugriff auf die Insolvenzmasse. Das Risiko ist damit im Zweifelsfall geringer als bei einer Bürgschaft.
Erschienen 25. Juni 2009 bei http://www.reuters.com.
Reuters | 25. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Das insolvente Versandhaus Quelle muss sich mit der dringend benötigten staatlichen Millionenhilfe noch gedu…
Reuters | 30. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Das Versandunternehmen Quelle ist trotz des zugesagten Staatskredits von 50 Millionen Euro noch nicht endgül…
Reuters | 29. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Das insolvente Versandhaus Quelle soll in kürzester Zeit Klarheit haben, ob die dringend benötigte staatlich…
Reuters | 30. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat den Staatskredit an das Versandunternehmen Qu…
Reuters | 25. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Die staatliche Finanzspritze für das insolvente Versandhaus Quelle ist nach Angaben aus Kreisen der Bundesre…
Reuters | 26. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat die Mahnung seines Kabinettskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg in …
Reuters | 25. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Die staatliche Finanzspritze für das insolvente Versandhaus Quelle ist Medienberichten zufolge noch nicht in…
Reuters | 27. Juni 2009 — Berlin/Düsseldorf (Reuters) - Die Zukunft des finanziell schwer angeschlagenen Versandhauses Quelle ist weiter ungewiss. Wie …
Insolvenz-News und Insolvenzberatung | 1. Juli 2009 — Verschnaufpause für Quelle und Durchatmen für die Arbeitnehmer von Quelle: Der Staatskredit von 50 Millionen Euro ist von Bun…
Reuters | 25. Juni 2009 — Berlin (Reuters) - Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil hat die unklare Lage bei der Rettung des insolventen Versandh…