Prozess-Auftakt um verschwundene Akura-Millionen
Untreue und schweren Betrug legt die Staatsanwaltschaft zwei Männern und einer Frau zur Last, die sich seit dem vergangenen Montag vor dem Würzburger Landgericht verantworten müssen. Das Trio bildete die Führungsriege der Würzburger Akura-Firmengruppe und soll zahlreiche Privatanleger mit so genannten „atypisch stillen Beteiligungen“ und Genuss-Scheinen an vier Akura-Gesellschaften um rund 9 Millionen Euro gebracht haben.
Die 6. Strafkammer um den Vorsitzenden Rudolf Brückner rechnet mit einem langwierigen Prozess: Zwei Ersatzschöffen sind dabei, und die Kammer hat bereits Verhandlungstage bis in den März hinein angesetzt. Schon die erste Woche verläuft eher schleppend: Am Montag die Verlesung der umfangreichen Anklageschrift, heute und am Mittwoch wollen die Angeklagten über ihre persönlichen Verhältnisse berichten, und erst am Donnerstag wollen sie zum ersten Mal zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Stellung nehmen.
Zwei Männer und eine Frau haben zusammen mit ihren Verteidigern auf der Anklagebank im Schwurgerichtssaal Platz genommen: Hartmut U., ein 42-jähriger Finanzkaufmann aus dem Kreis Würzburg und sein Kollege Dieter H. (49) aus Kitzingen sollen die zentralen Figuren der vier Akura Kapital-Management-Gesellschaften gewesen sein. Die 48-jährige Bilanzbuchhalterin Sandra S. aus Mittelfranken war laut Anklage seit 2008 als Mitglied des Aufsichtsrats und seit September 2009 in einer führenden Rolle an den Betrügereien beteiligt.
Der Anklagesatz ließ an Deutlichkeit nicht viel zu wünschen übrig: Schon bei Gründung der Akura-Gesellschaften hatten Hartmut U. und Dieter H. nach Auffassung von Staatsanwalt Reinhold Emmert nur das Ziel, sich die eigenen Taschen zu füllen. Es sei nie beabsichtigt gewesen, die von den Anlegern eingeworbenen Gelder wie versprochen gewinnbringend zu investieren, so Emmert. Vielmehr sei es den Angeklagten nur darauf angekommen, „sich auf vielfältige Weise erhebliche regelmäßige Einkünfte zu verschaffen“. Soll heißen: Wenn überhaupt, dann wurde nur ein kleiner Teil der Kunden-Gelder angelegt, der Rest floss entweder direkt oder über andere Firmen der Angeklagten auf die Konten der Akura-Bosse.
Von den Vertriebsmitarbeitern und in Hochglanzprospekten wurden hohe Renditen versprochen, in Wirklichkeit schrieben die Firmen der Angeklagten nur Verluste. Das wurde In…
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Erschienen 7. Dezember 2011 auf http://www.woetzel-online.info/.
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