Pornodrehbuch nachgestellt oder nur nacherzählt?

Unter anderem wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung hat das Landgericht Osnabrück heute einen 52-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der Angeklagte soll das Opfer laut welt.de in ein Bauernhaus gelockt, es mit einer Kette gefesselt, missbraucht und in eine sargähnliche Kiste gesperrt haben. Er soll die Frau auch mit einer Motorsäge bedroht haben. Erst nach 16 Stunden habe sich die 26-Jährige befreien können. Der Angeklagte hatte zu den Tatvorwürfen vor Gericht geschwiegen. Unmittelbar nach dem angeblichen Tattag hatte er angegeben, mit der Frau einvernehmlichen Sex gehabt zu haben. Während die Verteidigung Freispruch beantragt und die Belastungszeugin der Lüge bezichtigt hatte, war die Kammer zu dem Ergebnis gekommen, trotz einiger "Brüche und Ungenauigkeiten" in ihrer Aussage seien ihre Schilderungen insgesamt glaubwürdig. In der Beweisaufnahme hatte auch ein von dem Angeklagten verfasstes Pornodrehbuch ein Rolle gespielt, welches die polizeilichen Ermittler bei diesem gefunden hatten. Die Tatschilderung der Zeugin stimmte in großen Teilen mit den Drehbuchhandlungen überein. Fragt sich natürlich, ob der Angeklagte das Drehbuch um jeden Preis nachspielen wollte oder ob die Zeugin den Inhalt des Drehbuchs gekannt und vor Gericht wiedergegeben hat, um den Angeklagten in die Pfanne zu hauen. Die Verteidigung hat jedenfalls angekündigt, in Revision zu gehen. Autor: RA Rainer Pohlen Kanzlei POHLEN + MEISTER

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Themen: Vergewaltigung

Erschienen 27. Februar 2007 auf http://www.strafblog.de.

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