Polizistin tötet ihr Baby im religiösen Wahn
am 26.04.2007 von http://www.strafblog.de
Vieles spricht dafür, dass eine vor dem Landgericht Aachen vor Gericht stehende 34-jährige Polizistin schuldunfähig war, als sie ihre zweijährige Tochter mehrfach mit dem Kopf gegen eine Wand schlug und dann erwürgte. Wie die netzeitung berichtet, legte die Frau gestern zum Prozessbeginn über ihren Verteidiger ein Geständnis ab. Gott habe ihr gesagt, ihr Kind sei vom Teufel besessen und müsse zum Wohle aller sterben. Sie habe ihre Tochter - so habe sie das damals gesehen - für den Weltfrieden geopfert. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Antragsschrift von “religiösem Wahn” und von Schuldfähigkeit aus.
Von einer postnatalen Depression ist in dem Verfahren die Rede. Die Frau habe nach der Babypause Probleme im Beruf und in der Ehe gehabt. Sie habe große Angst vor dem Ehemann gehabt und sich von “Observationsteams” verfolgt gefühlt. Zunehmend sei sie von religiösen Wahnvorstellungen erfüllt gewesen. Heute wisse sie, dass sie ein schlimmes Verbrechen begangen habe. Sie vermisse ihre Tochter jeden Tag.
Zu einem Schuldspruch wird es in dem tragischen Fall wohl nicht kommen. Daher kommt auch keine Haftstrafe, sondern nur ein Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt in Betracht. Ob eine solche Unterbringung angeordnet wird, hängt davon ab, ob von der Frau heute noch eine krankheitsbedingte Gefährlichkeit ausgeht. Das wird die Hauptverhandlung ergeben müssen, wobei es entscheidend auf psychiatrische Sachverständigengutachten ankommen wird.
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