Polizist beging Raubüberfall in Mönchengladbach
Vorgeschichte:
Am 21. Juli 2008, 12:12 Uhr, betrat ein zunächst unbekannter, maskierter und bewaffneter Täter die Filiale der Stadtsparkasse in Mönchengladbach-Hardterbroich und bedrohte die anwesende Kassiererin. Er erbeutete Bargeld in vierstelliger Höhe und flüchtete mit einem Fahrrad.
Ermittlungen:
Die Veröffentlichung der Fahndungsfotos führte schnell zu den ersten Ermittlungsergebnissen. Ein Polizeibeamter erkannte sein am Tattag auf dem Gelände des Polizeipräsidium entwendetes Fahrrad sofort wieder. Der Täter hatte dieses bei seiner Flucht auf der “Krallschen Wiese” in Mönchengladbach zurückgelassen. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Äußerung des Leiters des Raubkommissariats, Rolf Flocken, in RP Online (Beitrag vom 24.7.2008), dass “nun überprüft werde, wer zur relevanten Zeit zur Vernehmung vorgeladen war oder sich aus anderen Anlässen auf dem Gelände des Polizeipräsidiums befand”. Offensichtlich war es auch für die ermittelnden Beamten zunächst unvorstellbar, dass der Täter im eigenen Kollegium zu finden sein könnte.
Noch am selben Tag, dem 24. Juli 2008, meldeten sich aber fünf Polizeibeamte bei der ermittelnden Abteilung, die unabhängig voneinander den Täter auf den Fahndungsfotos als ihren 53jährigen Kollegen identifizierten. Der Polizeibeamte wurde noch am Abend des 24. Juli 2008 durch das SEK verhaftet und befindet sich seit dem in Untersuchungshaft. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung konnte die Polizei acht Schusswaffen sowie die “Tat-Kleidung” und Bargeld in diversen Stückelungen sicherstellen. Laut Medienberichten hat er die Tat zwar gestanden, macht jedoch darüber hinaus von seinem Schweigerecht Gebrauch.
Mittlerweile wird ermittelt, ob auch der Banküberfall vom 10. Januar 2007 in Mönchengladbach-Lürrip auf die Kappe des Polizeibeamten geht. Angeblich weisen die beiden Taten gravierende Ähnlichkeiten auf.
Ein Haftprüfungsantrag des Verteidigers blieb ohne Erfolg.
Der Täter:
Der 53jährige Polizeibeamte, der im Verkehrsdienst tätig war, ist verheiratet und hat einen 14jährigen Sohn. Er steht seit 31 Jahren im Polizeidienst und konnte zuletzt 1997 von sich Reden machen, als er sich selbst in Lebensgefahr begab und eine verletzte Frau und vier Kinder aus einem brennenden Haus auf der Volksgartenstraße rettete. Zurecht stellt man sich vielerorts jetzt die Frage, wie es so weit kommen konnte? In welchen Schwierigkeiten muss der völlig unbescholtene 53jährige Polizeibeamte gesteckt haben, dass er sich zu dieser Tat hat hinreißen lassen. Wir werden an dieser Stelle weiter berichten.
Brigitte Renner
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