Polizeitag in der Rückschau
am 08.03.2008 von chris.blog » Jura
Sich das Foto einer Obduktion anzusehen, ist zweifellos weniger unangenehm, als bei einer Obduktion live zugegen zu sein. Denn wenigstens der olfaktorische Brechreizfaktor bleibt einem erspart. Aber so richtig superklassetoll sind solche Fotos trotzdem nicht; eine Erkenntnis, um die mich der Polizeitag am Mittwoch bereichert hat. Bilder von Mordtatorten hingegen sind nicht so schlimm, auch wenn dort Leichen in ihren Blutlachen liegen. Hier schockiert eher, dass man ganz normale Haushalte zu sehen bekommt, dieses Alltägliche, und genau dort passieren dann so schreckliche Dinge.
Wir hatten übrigens Glück: Einen Tag nach unserem Besuch fand eine Art Fortbildungsveranstaltung für die Polizei statt, auf der demonstriert wurde, wie Trojaner funktionieren. Und da hat man uns Referendare einfach dazu benutzt, den Vortrag zunächst im kleineren Rahmen zu üben. War nicht uninteressant und natürlich auch wieder ziemlich erschreckend. Nebenbei bemerkt nützt es wenig, Passwörter nicht durch den Browser speichern zu lassen. Wozu gibt’s schließlich Keylogging?
Der absolute Clou aber betraf einen weitaus trivialeren Straftatbestand, nämlich den des Wohnungseinbruchdiebstahls. Hier wurde uns demonstriert, dass es wirklich ein Kinderspiel ist, ein handelsübliches Fenster mit einem einfachen Schraubendreher zu öffnen, und zwar ohne dies Fenster dauerhaft zu beschädigen. Und nicht nur das: Wer wollte, durfte das auch gleich vor Ort ausprobieren, und sogar ich, der ich zwei linke Hände habe und von schmächtigster Statur bin, hat das Musterfenster binnen Sekunden geöffnet. Es stimmt schon, dass man ein Fenster tunlichst nicht auf kipp stehen lassen sollte, wenn man das Haus verlässt; auch das wurde uns auf eindrucksvolle Weise demonstriert. Aber unter …
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