Polizeialltag in Berlin

Am Mariendorfer Damm finden sich Bistros und Sportwettenläden, betrieben von arabischen und türkischen Inhabern. Gegen 22.15 Uhr stehen acht Polizisten nach Dienstende und somit in Zivil an der Kreuzung Ecke Strelitzstraße, um auf ein Taxi zu warten. Eine Gruppe von etwa 15 Jugendlichen – Türken und Araber – kommt vorbei. Eine Café-Besitzerin erzählt später, es habe zuvor einen Stromausfall gegeben. Andere Anwohner aus der Gegend munkeln, die Jugendlichen hätten deshalb versucht, in einen Netto-Markt einzubrechen. Doch fest steht nur: Die Halbstarken fangen an, die wartenden Männer anzupöbeln. Dass es Polizisten sind, wissen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Einer aus der Gruppe schlägt einem 36-Jährigen ins Gesicht. Blut fließt. Nun rücken uniformierte Beamte an. Zwei junge Männer – 18 und 19 Jahre – , die „als Haupttäter gelten“, werden in der Eisenacher Straße festgenommen. Binnen weniger Minuten solidarisieren sich rund 60 Leute, ebenfalls Migranten, sie sammeln sich auf der Fahrbahn, bedrängen die Uniformierten und versuchen, die Gefangenen zu befreien. Weitere Anwohner werfen kleine Gegenstände von den Balkonen. Die Polizei bekommt die Lage erst in den Griff, als sie sich mit Pfefferspray gegen die Massen wehrt. Polizeibeamte berichten laut der Gewerkschaft regelmäßig, dass sie häufiger „aggressiver und rücksichtsloser Gewalt“ ausgesetzt seien. Statistisch werden jeden Tag neun Beamte angegriffen. Die Zahl der verletzten Polizisten in Berlin ist im vorigen Jahr um 59 auf 924 gestiegen. Auch hat es im Jahr 2008 mit 3371 Widerstandshandlungen rund 1000 mehr als im Jahr davor gegeben. Der Autoritätsverlust sei „besorgniserregend hoch“, resümiert Pfalzgraf. Per Massen-SMS würden in Minutenschnelle Leute zusammengefunkt, um sich zu solidarisieren. Dabei dominieren zwei Gruppen in der Gesellschaft: Migranten und Linksautonome. Der Tagess…

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Themen: Berlin , Taxi , Politik

Erschienen 13. September 2009 auf http://www.jurabilis.de.

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