Kundgebung IN Köln: Polizei verbietet Rechtsradikalen-Kundgebung in Köln
Reuters | 20. September 2008 — Köln (Reuters) - Die Kölner Polizei hat eine Kundgebung rechtsradikaler Islam-Gegner in der Innenstadt nach heftigen Ausschreit…
Köln (Reuters) - Die Kölner Polizei hat eine Kundgebung rechtsgerichteter Islam-Gegner in der Innenstadt nach heftigen Ausschreitungen verboten.
Die Polizei reagierte damit am Samstag auf immer neue Gewalt zwischen Rechten und linken Gegendemonstranten, auch sechs Polizisten wurden verletzt. Die etwa 300 angereisten Teilnehmer hätten den Weg auf den Platz nur mit Hilfe von Wasserwerfern und Spezialeinheiten antreten können.
Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) zeigte sich erleichtert. Das Verbot sei ein Erfolg für die Stadt Köln. Die stellvertretende Vorsitzende der rechtsgerichteten Gruppe Pro Köln, Judith Wolter, nannte das Kundgebungs-Verbot "ein Unding". Der Verein überlege, rechtliche Schritte dagegen und die Veranstaltung vielleicht zu wiederholen. "Wir lassen uns den Mund nicht verbieten", sagte Wolter.
Gegendemonstranten versperrten den Pro Köln-Anhängern jeden Weg auf den Heumarkt. Neben "Nazis raus" hallten auch französische und spanische Schlachtrufe durch die Altstadtgassen. Einzelne Rechte, die versuchten durch die Reihen der Gegendemonstranten auf den Heumarkt zu gelangen, wurden mit Schlägen von den Linken daran gehindert. Die Polizei gab zunächst noch einigen Geleitschutz auf den Platz. Mehr als 3000 Beamte waren im Einsatz. Sie setzten auch Knüppel und Pfefferspray ein. 15 Demonstranten wurden festgenommen, rund 500 vorübergehend in Gewahrsam genommen.
Mit einer Blockade der Eisenbahngleise am Bahnhof Deutz hinderten linke Demonstranten eine Gruppe von 150 Rechtsradikalen, vom Flughafen in die Innenstadt zu kommen, wie der Polizeisprecher weiter sagte. Mehrere Züge fielen aus.
Weitgehend friedlich verlief dagegen eine Gegendemonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes, auf der Kölner Musikgruppen umgedichtete Karnevalslieder gegen die Rechtsradikalen sangen. Der Großteil der Proteste verlief friedlich. Neben verkleideten Soldaten der "Clownsarmee" sangen Chöre christliche Lieder.
Bei verbotenen Kundgebung wollte die rechte Initiative "Pro Köln" gegen eine Islamisierung und den Bau einer neuen Moschee in Köln protestieren. Politiker aller großer Parteien haben die Kundgebung verurteilt, zu der Rechte aus ganz Europa erwartet wurden.
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