Polizei-Geheimnisse an Dealer verraten

Wegen Weitergabe von Dienstgeheimnissen an einen Drogenhändler ist ein 32-jähriger Polizist zu zehn Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Als Beamter im „Lagedienst“ einer Würzburger Polizei-Inspektion hatte er sich im Frühjahr 2006 eine 27-seitige „Lage-Auskunft“ über die Bekämpfung der Drogenkriminalität in Unterfranken aus den Polizei-Datenbanken besorgt und ausgedruckt. Mit diesen Informationen wollte sich der Schreibtisch-Beamte offenbar profilieren und eigenständig im Drogenmilieu ermitteln. „Ich wollte einen dicken Fisch an Land ziehen“, sagte er vor dem Amtgericht.

Zu diesem Zweck nahm der 32-Jährige Kontakt zu einem Dealer auf, den er flüchtig kannte. Den vorbestraften Mann befragte er gezielt nach Namen auf der Liste. Dabei durfte der Drogenhändler einen ausführlichen Blick auf den Lagebericht werfen, der auch seinen Namen enthielt. Anschließend überredete er den Angeklagten, ihm die Liste zu überlassen. „Das war leichtsinnig von ihm“, so der Dealer, der mittlerweile zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Nach seiner Verhaftung hatte er im Gegenzug für eine niedrigere Strafe in eigener Sache unter anderem erzählt, wie er an die brisante „Lage-Auskunft“ gekommen war.

Bei einer Durchsuchung von Auto und Wohnung des Angeklagten fanden seine Kollegen anschließend eine Schreckschusswaffe, für die der 32-Jährige keine waffe…

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Erschienen 4. April 2008 auf http://www.woetzel-online.info/.

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