Polizei fahndet fieberhaft nach Mörder von Michelle

Leipzig (Reuters) - Auf der Jagd nach dem Mörder der kleinen Michelle aus Leipzig hat die Polizei am Freitag die Ermittlungen massiv vorangetrieben.

Zahlreiche Beamte durchkämmten das Stötteritzer Wäldchen, wo die Leiche der Achtjährigen Stunden zuvor in einem Teich nur einen Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt entdeckt worden war. Die Feuerwehr pumpte den Teich ab, um die Spurensuche zu erleichtern. Auch sogenannte Profiler wurden eingeschaltet, die ein Täterprofil erstellen sollen. Die Bevölkerung reagierte betroffen auf die Nachricht vom Tod der seit Montag vermissten Michelle. Zum Gedenken an das Mädchen legten Erwachsene und Kinder am Tor der 25. Grundschule Blumen und Stofftiere nieder und zündeten Kerzen an.

Viele Menschen waren den Tränen nah. "Ich fühle mich total beschissen. Ich habe drei Kinder, und ich habe wahnsinnige Angst", sagte Manuela Zabel vor der Schule Reuters TV. Viele Eltern, die arbeiteten, wüssten gar nicht, wie sie ihre Kinder künftig von der Schule abholen sollten. Mit Forderungen nach der Todesstrafe für Kinderschänder machten etliche Anwohner ihrer Wut Luft. "Für Kinderschänder die Todesstrafe. Auf den elektrischen Stuhl, und weg sind sie", forderte auch Zabel. Vor dem Schultor trösteten sich Kinder gegenseitig.

Die Polizei stockte unterdessen die Sonderkommission "Michelle" auf 177 Beamte auf. Zur Todesursache des Mädchens wollten sich die Fahnder aus ermittlungstaktischen Gründen nicht konkret äußern, sie sprachen nur von einer Gewalttat. Unklar blieb auch, ob das Mädchen einem Sexualverbrechen zum Opfer fiel. Eine Polizeisprecherin sagte lediglich, dass für die Tat in Frage kommende Sexualstraftäter überprüft würden. Außerdem werteten die Ermittler hunderte Hinweise aus der Bevölkerung aus, von denen etliche recht konkret sein sollen. An Michelles Schule, der 25. Grundschule, soll Polizeiangaben zufolge am Montag nach dem Ferienende der Unterricht wieder beginnen.

Michelles Eltern wurden unterdessen psychologisch betreut. Vor ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus parkte auch am Freitag ein Polizeiwagen. Am Donnerstagnachmittag hatte die Polizei die Leiche des Mädchens aus dem Teich im Stötteritzer Wäldchen geborgen. Der Fundort liegt etwa einen Kilometer Luftlinie vom Elternhaus und 1,5 Kilometer von der Schule entfernt, an der das Mädchen bis zum Mittag ein Ferienprogramm besucht hatte. Ein Passant hatte am Mittag den leblosen Körper im Wasser entdeckt und die Polizei verständigt. Das Mädchen, das mehrere Geschwister hat, war von den Eltern am Montagabend als vermisst gemeldet worden, nachdem es vom Ferienprogramm an der Grundschule nicht nach Hause gekommen war.



Quelle: Reuters (22. August 2008)

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Themen: Polizei , Leipzig , Teich , Feuerwehr

Erschienen 22. August 2008 bei http://www.reuters.com.

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