Politiker und Banker sehen Ende der Eurozonen-Krise

Davos/Berlin (Reuters) - In der europäischen Schuldenkrise stehen die Zeichen auf Entspannung:

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erklärten am Samstag führende Politiker und Banker, dass sich die Lage spürbar beruhigt habe und das Schlimmste überstanden sei. "Ich denke, die Euro-Zone hat die Kurve bekommen", sagte Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnte Anleger davor, noch gegen den Euro zu wetten. Die Frage, ob der Euro Bestand haben werde, stelle sich nicht mehr, erklärte auch der Chef der britischen Bank Barclays, Bob Diamond.

Angesichts dieser Entspannung warnten Schäuble und die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger davor, in der Debatte um den Euro-Rettungsschirm nach immer neuem Geld zu rufen. "Wer die Debatte auf diese Frage konzentriert, verhindert, dass wir zu einer tragfähigen Gesamtlösung kommen", sagte Schäuble (CDU) dem Magazin "Wirtschaftswoche". Die EU-Kommission und einige EU-Partner hatten eine Aufstockung des Schirms verlangt, der bislang 750 Milliarden Euro zur Rettung von überschuldeten Euro-Staaten wie Irland enthält. Damit soll sichergestellt werden, dass im Notfall auch weiteren Staaten wie Portugal oder Spanien unter die Arme gegriffen werden kann.

"Wir wollen das Zukleistern der Probleme in Europa mit dem schlichten Ruf nach Geld und noch mehr Geld verhindern", schrieb Homburger in einem Gastbeitrag für Reuters. Nur ein scharfer Stabilitätspakt und eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild könnte die Wiederholung von Krisen in der EU verhindern. Schäuble drang auf "eine bessere Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie Strukturreformen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Mitgliedsstaaten".

SCHÄUBLE - DENKEN ÜBER GRIECHENLAND-LAUFZEITEN NACH

Schäuble bestätigte außerdem Pläne, Gläubiger des hochverschuldeten Griechenlands an einer Entlastung des Euro-Staates zu beteiligen. "Wir denken derzeit darüber nach, ob wir die Laufzeiten der Kredite verlängern sollten", sagte er. Eine Umschuldung lehnte der CDU-Politiker ab. Griechenland sei auf einem guten Weg und könne seinen Schuldendienst schaffen, betonte er. Sein Amtsvorgänger Peer Steinbrück hält dagegen eine Umschuldung für unvermeidlich. "Man sollte sich dieser Realität rechtzeitig stellen", sagte der SPD-Politiker dem "Mannheimer Morgen" (Samstagausgabe). "Wie soll Athen weiter die Kredite bedienen, ohne in die Knie zu gehen?", fragte er. In Davos kursierten Gerüchte, es werde darüber nachgedacht, die EU-Kredite an Griechenland auf 30 Jahre zu verlängern. Dies soll Bundesbankchef Axel Weber vorgeschlagen haben.



Quelle: Reuters (29. Januar 2011)

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Themen: Germany , Cdu , Western Europe , Europe , Greece , Wirtschaftswoche , Politiker , Krise , Birgit , Irland , France , German Language - General , Government / Politics , National Government Debt , German Language - Money , Debt / Fixed Income Markets , Regulations / Standards , Eurozone AS A Whole , Currencies / Foreign Exchange Markets , New Issues

Erschienen 29. Januar 2011 bei http://www.reuters.com.

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