Pflichtangaben – Update II

Wie berichtet (siehe unsere Artikel vom 25. Januar 2007 und 1. Februar 2007), sind Unternehmer seit Beginn des Jahres 2007 verpflichtet, in allen Geschäftsbriefen, “gleichviel welcher Form” Angaben zum Absender zumachen, die u.a. Rechtsform und Sitz sowie die Vertretungsbefugnisse und die Handelsregisternummer betreffen.

Stellt das Weglassen etwa des Vor- und Nachnamens innerhalb dieser Pflichtangaben einen Wettbewerbsverstoß dar?

Die Beantwortung dieser Frage hat erhebliche Konsequenzen, denn bejahendenfalls könnte eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung dieses Verstoßes begründet sein.

Das Brandenburgische Oberlandesgericht befand, daß zwar ein Verstoß gegen die Informationspflichten – in diesem Fall aus § 15b Abs. 1 GewO – vorliege, das Weglassen der Angaben jedoch nicht geeignet sei, den Wettbewerb zu beeinträchtigen (Urteil vom 10. Juli 2007, Az. 6 U 12/07).

Denn das Weglassen des Namens beeinflusse den Wettbewerb nicht. Da die Klägerin das Schreiben, auf dem die fraglichen Angaben fehlten, dem Gericht nicht vorgelegt hatte, unterstellte das Gericht, daß es sich um ein Schreiben im Vorfeld eines Vertragsschlusses gehandelt haben könnte. In diesem Zeitpunkt habe das Fehlen der Angaben - wenn überhaupt - keine vorteilhafte Wirkung.

Die Richter argumentierten, daß sich der Verbraucher in der Regel keine Gedanken mache, wer Inhaber einer Firma sei. Wenn für den potentiellen Vertragspartner jedoch die Person des Inhabers von Bedeutung sei, z. B. bei Geschäften mit großer wirtschaftlicher Bedeutung, dann werde die fehlende Inhaberangabe den potentiellen Vertragspartner eher davon abhalten, mit dieser Firma Geschäfte zu machen.

Ein abmahnfähiger Wettbewerbsverstoß wurde jedenfalls bei dieser Sachlage verneint.

In der Vor…

» Vollständiger Artikel
  • Infos zum Artikel
  • Kommentare
  • Ähnliches
  • Links

Themen: Abmahnung , Telemedien , Pressemitteilung
Rechtsgebiet: Gesellschaftsrecht

Erschienen 7. August 2007 auf http://www.ra-maas.de.

Sie haben eine Meinung zum Thema? Artikels kommentieren
Artikel kommentieren

Gerichtliche Bestätigung: Pflichtangaben in E-Mails nicht abmahnfähig

SCHINDLER BOLTZE Rechtsanwälte | 5. Oktober 2007 — Im Frühjahr diesen Jahres hat ein Thema Kaufleute und Gewerbetreibende stark beschäftigt: Die Frage, ob in geschäftlichen E-M…

Brandenburgisches OLG: Abmahnfähigkeit fehlender Pflichtangaben in Geschäftsbriefen - Die Verpflichtung des Gewerbetreibenden in G…

MEDIEN INTERNET und RECHT | 1. August 2007 — 1. Die aus der Gewerbeordnung resultierende Verpflichtung des nicht im Handelsregister eingetragenen (einzelkaufmännischen) Gewerb…

OLG Brandenburg: Fehlende Pflichtangaben in Geschäftsbriefen und eMails kein Wettbewerbsverstoß

Beckmann und Norda Rechtsanwälte Bielefeld | 31. Juli 2007 — Das OLG Brandenburg hat mit Urteil vom 10.07.2007 - 6 U 12/07 entschieden, dass kein abmahnfähiger Wettbewerbsverstoß vorliegt, we…

Fehlende Pflichtangaben auf Geschäftsbriefen

Blickpunkt Recht & Steuern | 10. August 2007 — Auf der Geschäftspost müssen bestimmte Pflichtangaben enthalten sein. Fehlen diese Angaben, ist dies oftmals der willkommene …

Gewerbeordnung Brandenburg: OLG Brandenburg: Eine fehlende Namensangabe auf dem Geschäftsbrief ist kein Wettbewerbsverstoß

Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte | 17. Oktober 2008 — OLG Brandenburg, Urteil vom 10.07.2007, Az. 6 U 12/07 §§ 3, 4 Nr. 11, 12 Abs. 1 Satz 2 UWG, 15b Abs. 1 GewO In dem vom OLG …

OLG Brandenburg zur Unlauterkeit fehlender Pflichtangaben auf Geschäftsbriefen - Urt. v. 10.07.2007 - Az.: 6 U 12/07

Wettbewerbsrecht-Blog.de | 6. August 2007 — Das OLG Brandenburg hat entschieden, dass fehlende Pflichtangaben auf dem Geschäftsbrief eines Einzelkaufmanns keinen erheblich…

Abmahnkosten selber zahlen

LawBlog | 13. August 2007 — Wenn auf einem Geschäftsbrief Pflichtangaben fehlen, heißt das noch lange nicht, dass ein Wettbewerber Anspruch auf Erstattung …

§ 37a GmbhG: Neue Pflichtangaben für Emails. Wirklich Neu?

Law-Blog | 31. Januar 2007 — Für recht viel Aufregung sorgt derzeit das „Gesetz über elektronische Handelsregister und Genossenschaftsregister sowie das U…

Presserechtliche Ansprüche: Zeitung darf identifizierend über das presserechtliche Vorgehen eines BKA-Mitarbeiters berichten

Recht und Alltag | 4. Mai 2007 — Nach einer Entscheidung des 10. Zivilsenats des Kammergerichts vom 3.05.2007 (Az.: 10 U 20/07) darf eine Berliner Zeitung unter…

Abmahnfähige Emails: Sind fehlende Pflichtangaben von Kaufleuten in E-Mails abmahnfähig?

SCHINDLER BOLTZE Rechtsanwälte | 26. Januar 2007 — Heute übersendet uns ein Mandant eine weitergeleitete E-Mail mit dem Betreff „Abmahnung wegen fehlender Mindestinformationen in…

Der Bundesgerichtshof
GewO - Einzelnorm