Für den Staatsanwalt war die Sache klar
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Ein munterer Vormittag in Koblenz: Charles R., ein langjähriger Freund von Ömer, sagte als Zeuge aus. Der 41jährige Deutsch-Franzose war zwischen 1999 und 2002 mit Ömer zusammen als Versicherungsmakler tätig (”wir haben zusammen Versicherungen verklopft”) und stammt aus Pforzheim. Doch schon bald, so erzählte der Zeuge, seien sie nicht mehr nur Kollegen, sondern Freunde geworden. Diese Freundschaft habe gehalten, nachdem beide das Versicherungsgewerbe aufgegeben hätten. Und auch noch heute seien sie Freunde, sagte R. mit einem unsicheren Blick nach rechts zu Ömer, “und auch künftig, denke ich”. Ömer lächelte verlegen. “Was haben Sie denn so gemacht?”, fragte die Vorsitzende. “Was Männer so machen!”, kam die Antwort. “Öffnen Sie uns die Augen”, entgegnete Angelika Blettner mit einem Seitenblick auf die Richterbank - auf der in diesem Verfahren ausschließlich Frauen sitzen.
“Naja, was man als Männer so macht: Wir haben Frauen angemacht und das getan, was man mit Ömer am besten machen kann: Blödsinn!”, sagte Charles R. Ömer lachte herzlich und schaute so gelöst, wei ich ihn noch nie erlebt habe. Momente der Nostalgie waren das wohl. Doch Charles erzählte weiter und Ömer wurde ernst, fast abwesend und blickte intensiv auf einen Schriftsatz, der vor ihm auf dem Tisch lag. Offensichtlich waren ihm die weiteren Aussagen unangenehm. Oder hatte er Sorgen?
Charles R. erzählte von Ömers Einstellung zum Islam: Er habe es immer gut gefunden, dass sein Freund zwar regelmäßig gebetet habe, aber ihn, der bekennender Atheist sei, nie damit belästigt oder versucht ihn zu bekehren, Einmal hätten sie nachts eine Panne auf der Autobahn gehabt und Ömer habe sogar dort sein Abendgebet verrichtet: “Allerdings musste ich ihm zeigen, wo Mekka ist - er hat in die Falsche Richtung gebetet”, erzählte der Zeuge. Er kenne sich mit Himmelsrichtungen aus, denn er sei Fallschirmjäger in der französischen Armee gewesen und habe eine Kommandoausbildung genossen (sic!). Bei der wohl besten Armee der Welt (jedenfalls besser, als die Bundeswehr und die US Army, wie wir heute erfuhren). Häufig habe er mit Ömer über seine Ausbildung und seine Kenntnisse gesprochen: Sprengstoffausbildung, Minenlegen, Kampf hinter den feindlichen Linien. Ömer habe ihn auch mal gefragt, was er denn von der Ausbildung in Terrorcamps halte. “Nichts”, sei seine Meinung, “die könne man knicken”. Das sei alles Pfadfinder-Quatsch. Aber man müsse trotzdem Angst vor solchen Kämpfern haben, denn sie seien „bereit, bis zum Ende zu gehen”.
Warum beide oft und intensiv über die Fallschirmjäger-Ausbildung und die Fremdenlegion sprachen, blieb offen. War es Ömer, der sich immer wieder interessierte? War es das Mitteilungsbedürfnis von R., der selbst einräumte, gerne und häufig über seine französische Militärzeit zu berichten, weil er stolz darauf sei, diese harte Ausbildung durch gestanden zu haben? Immerhin sei er einer von nur 12 Rek…
» Vollständiger ArtikelErschienen 3. November 2009 auf http://www.swr.de/blog/terrorismus.
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