Wahlergebnis Bayern,Bundes: SPD sieht im bayerischen Wahlergebnis Chancen für Bund
Reuters | 29. September 2008 — Berlin (Reuters) - Die SPD sieht im Wahlergebnis in Bayern eine Chance für sich im Bund. "Das Wahlergebnis in Bayern hat die …
Berlin (Reuters) - In München und Berlin beraten die Parteien heute (Montag) über die Konsequenzen aus dem CSU-Wahldebakel für Bayern und den Bund.
Nach dem schlechtesten CSU-Ergebnis seit 1958 waren in der Partei gestern Abend Forderungen nach personellen Konsequenzen laut geworden. Zwar traten Parteichef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein Spekulationen über einen Rücktritt entgegen. Einfach einige Leute zu Sündenböcken zu stempeln, wäre kurzsichtig und auch falsch, sagte Huber in der ARD. Hingegen schloss Parteivize Horst Seehofer personelle Veränderungen nicht aus. "Ein einfaches "Weiter so' wird nicht möglich sein", sagte Seehofer. Die CSU werde hinter verschlossenen Türen die Lage nach dieser politischen Katastrophe besprechen. "Es gibt Dinge, die verändert werden müssen", sagte der Bundesagrarminister.
In Berlin beraten die Gremien von CDU und SPD über die Folgen des Wahlergebnisses für die große Koalition. Dort stehen schon in einer Woche wichtige noch strittige Entscheidungen an, etwa zu Entlastungen der Bürger und zur Erbschaftsteuer.
Bei der Landtagswahl am Sonntag hatte die CSU nur noch 43,4 Prozent nach 60,7 Prozent vor fünf Jahren erhalten. Die SPD verlor ebenfalls auf 18,6 (19,6) Prozent und fuhr ihr schlechtestes Landtagswahlergebnis in Bayern überhaupt ein. Die Grünen verbeserten sich auf 9,4 (7,7) Prozent, die FDP zog mit 8,0 (2,4) Prozent nach 14 Jahren wieder in den bayerischen Landtag ein. Noch deutlicher schafften die Freien Wähler mit 10,2 (4,0) Prozent den Sprung ins Parlament. Die Linkspartei scheiterte mit 4,3 Prozent hingegen an der Fünf-Prozent-Hürde.
Erschienen 29. September 2008 bei http://www.reuters.com.
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