Ivan Basso rudert zurück - Doch kein Doping-Geständnis
strafblog | 8. Mai 2007 — Das war dann wohl doch nichts mit dem reuigen Doping-Geständnis eines Großen des Radsports. Ivan Basso, Tourzweiter 2005 und …
Ich könnte mir vorstellen, dass einige Radprofis jetzt zunehmendes Fracksausen bekommen. Der italienische Radprofi Ivan Basso, seines Zeichens unter anderem Giro-Sieger und Tour-Zweiter des Jahres 2005, hat als erster hochrangiger Radsportler zugegeben, in die spanische Dopingaffäre verwickelt zu sein und mit Hilfe des Doping-Arztes Eufemiano Fuentes Blutdoping betrieben zu haben. Wie bei stern.de nachzulesen ist, hat Basso sich den Justizbehörden offenbar als Kronzeuge angeboten und will umfassende Angaben machen. “Ivan Basso hat seine Verantwortung in der Operación Puerto in vollem Umfang zugegeben und uns seine volle Kooperationsbereitschaft zugesichert”, habe das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) heute Nachmittag dazu mitgeteilt. “Operación Puerto” ist der Codename des inzwischen eingestellten spanischen Ermittlungsverfahrens gegen Fuentes.
Am Wochenende hatte die italienische Staatsanwaltschaft Basso Strafmilderung für den Fall eines Geständnisses angeboten. Der “Anti-Doping-Pool” der römischen Staatsanwaltschaft hatte bereits ein Verfahren gegen Basso eröffnet, in welchem ihm eine mehrjährige Haftstrafe drohen könnte. Weiterhin drohte ihm eine zweijährige Sperre durch den Radsportverband. Der Chef der Anti-Doping-Kommission des Coni, Ettore Torri, hatte zuvor von einer erdrückenden Beweislage gegen Basso gesprochen. Bei Fuentes seien nicht nur 7 Blutbeutel mit Bassos Blut gefunden worden; dieser werde auch durch Kalender-Einträge und SMS-Nachrichten als Dopingkunde von Fuentes überführt.
Basso sei in Anbetracht der drohenden Gefängnisstrafe und der zu erwartenden 2jährigen Sperre “eingebrochen”, meint stern.de. Von einer Kooperation mit den Ermittlungsbehörden verspreche er sich eine Verkürzung der Sperre auf ein Jahr und milde strafrechtliche Konsequenzen. Der Preis, den er dafür zahlen muss, kann für andere Radsportler und für deren Hintermänner und Helfer ziemlich teuer werden. Die Staatsanwaltschaft hofft nämlich, aufgrund seiner Angaben einen großen Schlag gegen die Dopingszene führen zu können.
Basso hat für heute Abend eine Stellungnahme angekündigt. Morgen will er dann eine Presskonferenz geben. Es ist gut möglich, dass der Mann jetzt erst einmal gefährlich lebt.
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