Sportwettbüros in Spielhallen
Rechtslupe | 20. Dezember 2011 — Sportwettbüros in Spielhallen sind unzulässig. In Spielhallen dürfen keine Sportwetten vermittelt werden, entschied jetzt das …
Rechtsnormen: NRW-AusführungsG zum GlüStV
Mit aktuellem Urteil vom 08.12.2011 (Az. 4 A 1965/07) hat das OVG Münster entschieden, dass in Spielhallen keine Sportwetten vermittelt werden dürfen. Eine derartige Praxis von Spielhallenbetreibern sei stets unzulässig und daher von den zuständigen Ordnungsbehörden zu untersagen.
Zum Sachverhalt:
Gemäß dem nordrhein-westfälischen Ausführungsgesetz zum Glücksspielstaatsvertrag ist es nicht gestattet, Annahmestellen für Sportwetten in Spielhallen einzurichten. Gegen diese Regelung ging nun der Betreiber einer Essener Spielhalle vor. Der Kläger betrachtet dieses Verbot als europarechtswidrig, insbesondere stelle die konsequente Umsetzung dieses Landesgesetzes einen Verstoß gegen die europarechtlich garantierten Grundfreiheiten der Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit dar.
Das OVG Münster bestätigt mit seiner Entscheidung nun die Ansicht des Klägers zwar dahingehend, dass das staatliche Glücksspielmonopol hinsichtlich Sportwetten die europarechtliche Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit verletze. Jedoch könnten sich private Wettanbieter, die ihr Geschäft in Spielhallen betreiben wollen, nicht auf diesen Rechtsverstoß berufen, da ein Sportwetten-Angebot in Spielhallen entsprechend dem NRW-AusführungsG zum GlüStV grundsätzlich nicht erlaubnisfähig sei. Die Ordnungsbehörden seien demgegenüber zwingend gebunden, den Betreib eines solchen „Wettbüros“ zu untersagen.
Zum nordrhein-westfälischen Verbot zählt auch die Errichtung sogenannter „online-Terminals“, mit denen Kunden eigenständig Wetten im Wege einer Selbstbedienung platzieren können.
Das Gericht erkennt keinen Verstoß gegen deutsches Verfassungsrecht und/oder Europarecht.
Die Regelung sei bewusst geschaffen worden, um zu verhindern, dass „die Gelegenheit zum Wetten in einer Umgebung eröffnet werde, in der ohnehin schon eine hohe Spielsuchtgefahr bestünde“ (aus Pressemitteilung des OVG Münster vom 09.12.2011).
Kommentar:
Das OVG ließ die Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zu. Die einzige Möglichkeit des Klägers, diese Entscheidung von der Bundesgerichtsbarkeit noch überprüfen lassen zu können, bleibt die Nichtzulassungsbeschwerde beim BVerwG in Leipzig.
In einem etwas anders gelagerten Fall hatte zuletzt der VGH Mannheim entschieden, dass aktuel…
» Vollständiger ArtikelErschienen 16. Dezember 2011 auf http://ra-dr-graf.de/blog/.
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