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Orakel von Leipzig - Mord doch eine Qualifikation des Totschlags?

am 28.04.2006 von http://www.jurabilis.de

Die Frage, ob Mord nun ein eigenständiger Tatbestand oder aber eine Qualifikation des Totschlags ist, ist wohl eine der Streitigkeiten die wirklich jeder Student in- und auswendig kann. Und die beiden Positionen sind ja auch ziemlich klar: Der BGH gegen den den Rest der Welt. Der BGH geht von einem eigenständigen Tatbestand aus, während die gesamte Literatur darin eine Qualifikation sieht. Mitunter wundert man sich über die Beharrlichkeit und Beratungsresistenz des BGH, aber was solls - so ist es wenigstens überschaubar und leicht zu lernen.

Doch nun der Schock! Wirft der BGH etwa seine Position plötzlich über den Haufen? Der Beschluss vom 10.1.2006 (5 StR 341/05) [pdf] lässt genau dies vermuten. Schon der Einleitungssatz lässt aufhorchen:Deshalb kann dahinstehen, ob es sich bei den täterbezogenen Mordmerkmalen um strafschärfende besondere persönliche Merkmale im Sinne von § 28 Abs. 2 StGB und nicht um strafbegründende im Sinne von § 28 Abs. 1 StGB handeltBei solchen Formulierungen wird häufig angenommen, dass eine Änderung der Rechtsprechung angedeutet werden soll. Doch es geht noch weiter - ungewohnt selbstkritisch stellt der BGH festProbleme der bisherigen Rechtsprechung werden am vorliegenden Fall besonders anschaulich Also ein Sieg der Wissenschaft? Mag sein. Für mich bringt das jedenfalls das …

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