Openleaks: Konkurrenz für Wikileaks ?

Wer dieser Tage den Namen Daniel Domscheid-Berg im Internet sucht, wird tausende Einträge finden. Immer wieder gibt es dabei den Hinweis, er sei im Streit beim Enthüllungsportal Wikileaks ausgestiegen. Domscheid-Berg vermeidet dieses Wort und spricht lieber von “Differenzen” über die Ausrichtung. Und bei aller Kritik am Personenkult um Wikileaks-Gründer Julian Assange betont sein ehemaliger Weggefährte die aus seiner Sicht bleibenden Verdienste.Dazu zähle die Debatte darüber, was überhaupt geheim gehalten werden darf, sagte Domscheit-Berg in einem Interview mit der Deutschen Welle. “Was passiert eigentlich hinter den Kulissen, wenn man den Vorhang einmal richtig aufmacht?”, fragt der 32-Jährige. Wikileaks habe diese Frage in die Wohnzimmer der ganzen Welt getragen. Domscheid-Berg stört sich allerdings an der Monopol-Stellung des Enthüllungsportals, für das er bis vergangenen September selbst gearbeitet hat. Mit der Gründung seiner eigenen Plattform unter dem Namen “Openleaks” wolle der Berliner mehr Quantität und Qualität in die Szene bringen, ohne sich von der ursprünglichen Idee zu verabschieden. Er halte es für den richtigen Ansatz, möglichst viel zu publizieren und möglichst wenig zu filtern. Doch gebe es immer wieder Fälle, in denen man abwägen müsse, ob eine Veröffentlichung richtig sei, meint Domscheit-Berg. “Ich glaube, dass es wesentlich besser wäre, an diesem Prozess mehr Menschen mit Erfahrung zu beteiligen”, betont der Ex-Wikileaks-Mann, der eigenen Angaben zufolge etwa zehn Mitstreiter hat.

Problematisch findet Domscheit-Berg die Art und Weise der scheibchenweise veröffentlichten Geheimdokumente aus den USA und anderen Ländern, mit denen Wikileaks seit Wochen weltweit Schlagzeilen liefert. Diese Dokumente entfalteten ihre Wirkkraft auch durch die exklusive Zusammenarbeit mit einflussreichen Medien wie dem “Spiegel” in Deutschland oder dem “Oberserver” in Großbritannien. Domscheid-Berg favorisiert für sein Portal ein anderes Modell: Menschen, die brisante Informationen anonym veröffentlichen möchten, sollen selbst entscheiden können, wie und durch wen das geschieht. Sein Portal sei lediglich ein Dienstleister, der die Informationen auf Plausibilität und Wahrheitsgehalt überprüfe. Publiziert werden könnten sie durch klassische Medien, aber auch von Nichtregierungsorganisationen, nennt Domscheit-Berg einen Unterschied zu Wikileaks. Infrage kämen etwa Greenpeace oder Foodwatch – alle, die sich damit beschäftigen, “…

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Themen: Schlagzeilen , Konkurrenz , Wikileaks

Erschienen 16. Dezember 2010 auf http://dennisheinemeyer.eu/.

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