Open Source als Geschäftsmodell

Was ist die Grundidee von Open Source? Wie verdient man mit Open Source Geld? Wie sieht es mit dem Schutz von geistigem Eigentum bei Open Source -Projekten aus? Welche Zukunftstrends gibt es? Dr. Sebastian v. Engelhardt im Interview mit patentanwalt.cc - intellectual property expertise. Herr Engelhardt, Open Source Software (OSS) ist aus der heutigen IT-Welt nicht mehr wegzudenken. Vormals kleine Projekte wie Mozilla Firefox entwickeln sich zu "Big Playern" in der Softwarebranche. Auch Firmen wie Microsoft, Apple und Google setzen vermehrt auf Open Source-Projekte. Entspricht diese Kommerzialisierung eigentlich noch dem Grundgedanken von Open Source? Warum denn nicht? Der Grundgedanke von Open Source ist, dass eine „offene“ Form der Softwareentwicklung und -weiterentwicklung zu besserer Software führt. Das ist nicht per se anti-kommerziell, und war es auch nie. Ganz im Gegenteil: Der Begriff Open Source Software wurde eingeführt, um den kommerziellen Aspekt deutlicher zu machen. Ursprünglich hieß solche Software „Freie Software“, also in Englisch: „Free Software“. „Free“ bedeutet aber nicht nur „frei“ sondern auch „kostenlos“, und das klingt dann nach Software mit der man kein Geld verdienen kann. Um diesem Missverständnis vorzubeugen wurde der Begriff Open Source Software kreiert, da dies neutraler und geschäftsfreundlicher klingt als Free Software. Aber bereits in der „ Free Software Definition“ heißt es „'Free software' does not mean 'noncommercial'. A free program must be available for commercial use, commercial development, and commercial distribution (...) free commercial software is very important.“ Der Grundgedanke von Open Source Software (oder auch: Freier Software) hat also nichts mit kommerziell vs. anti-kommerziell zu tun. Die Grundidee von Open Source Software ist, dass das Prinzip der Offenheit zu besserer Software führt als das geschlossene Prinzip des „proprietären“ Ansatzes. So argumentiert Eric Raymond in seinem berühmten Essay „The Cathedral and the Bazaar“ dass Open Source schlicht die effizientere Form der Softwareentwicklung ist. Worin besteht nun eigentlich die Motivation für Firmen bei ihren eigenen Entwicklungen Open Source Modelle gegenüber Closed Source Modellen vorzuziehen? Sind es reine Image-Faktoren, sind die Entwicklungskosten günstiger? Im Einzelfall mögen Image-Gründe eine Rolle spielen, oder die Kunden möchten Transparenz – also einen „offenen“ Quellcode. Oder die Open Source Variante ist die für den Einsatz besser geeignete Software. Zum Beispiel setzen nahezu alle Börsen (darunter die New York Stock Exchange, die Londoner Stock Exchange, die Deutsche Börse und die Tokyo Stock Exchange) Handelssysteme ein, die auf dem Open Source Betriebssystem Linux aufbauen. Der Grund ist hier sicherlich die Qualität von Linux und nicht Image-Gründe. Aber das sind alles sehr einzellfallspezifische Gründe, und da mag mal OSS mal CSS Vorteilhafter sein. Der systematische Vorteil von Open Source Modellen aus Firmen-Sicht ist …

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Themen: Google , Open Source , Software , IP , Microsoft , Geld Verdienen , Intellectual Property , Freier , Free Software , Open Source Software , Mozilla Firefox , Sebastian V Engelhardt

Erschienen 3. Februar 2012 auf http://www.patentanwalt.cc.

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