OLG Stuttgart: name-unternehmensgruppe.de - Ein Domaininhaber kann keinen Namensschutz nach der Prioritätsregel in Anspruch nehmen,
wenn er seinem Namen einen Zusatz hinzufügt, der unter keinem Aspekt seinen berechtigten Interessen entspricht.
1. Rechtlicher Inhalt eines solchen Anspruches auf Freigabe einer Domain (hier: aus § 12 Satz 1 Var. 2 BGB) ist nicht die Übertragung
der Domain, sondern, dass der Anmelder gegenüber der zuständigen Vergabestelle die Löschung der Registrierung erklärt (BGH GRUR 2002,
622 ff. "shell.de"). <br><br> 2. Die Regelung des § 12 BGB hat den Schutz des Namens in seiner Funktion als
Identitätsbezeichnung der Person seines Trägers zum Ziel. Eine Namensanmaßung ist dann gegeben, wenn ein Dritter unbefugt den Namen
bzw. eine als Name geschützte Bezeichnung gebraucht, dadurch eine Zuordnungsverwirrung auslöst und schutzwürdige Interessen des
Namensträgers verletzt (vgl. BGH NJW 2005, 978 ff. "Pro Fide Catholica"; BGH NJW 2003, 2978 ff. "maxem.de"). Der Domainname nimmt
dabei am Namensschutz nur Teil, soweit er unterscheidungskräftig ist. <br><br> 3. Wird in einem Domainnamen ein Name mit
einem beschreibenden Zusatz (hier: Unternehmensgruppe) kombiniert kann, dieser Wortkombination eine eigene, spezifische
Unterscheidungskraft insoweit zukommen, als sie eine Abgrenzung gegenüber einer Einzelperson oder einem einzelnen Unternehmen mit dem
bereffenden Namen enthält, die gerade Ausdruck einer besonderen und im Sinne einer Abgrenzung besonders herausgestellten Qualität des
Namensträgers (hier: Unternehmengruppe) ist. Dies gilt jedoch dann nicht, wenn der insoweit abgrenzende Zusatz nicht der Realität -
auch im Bezug auf einen Namensträger - entspricht (hier trug der Domaininhaber zwar den betreffenden Namen, betrieb aber tatsächlich
keine Unternehmensgruppe). <br><br> 4. Die im Rahmen des § 12 BGB erforderliche Zuordnungsverwirrung ist, bei der Nutzung
als Domainname bereits mit der Registrierung anzunehmen (vgl. BGH GRUR 2002, 622 ff. "shell.de"). Die ebenfalls erforderliche
Interessenverletzung liegt im Bereich der Domainnamen regelmäßig bereits darin, dass der Namensträger von der Nutzung der nur einmal
(bezogen auf die betreffenden TLD) zu vergebenen Internetdomain ausgeschlossen ist (vgl. BGH GRUR 2005, 430 f. "mho.de"; BGH NJW
2003, 2978 ff. "maxem.de"). <br><br> 5. Kommen mehrere Personen als berechtigte Namensträger für einen Domainnamen in
Betracht, gilt für sie hinsichtlich der Registrierung ihres Namens als Int…
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