OLG Hamm: AdWords-Werbung mit „24-Stunden-Lieferservice“
Was war passiert? Ein Händler für warb in einer Google-AdWords Anzeige im Internet mit folgender Anzeige:
„Original-Druckerpatronen innerhalb 24 Stunden günstig -schnell –zuverlässig“
Die Anzeige war verlinkt auf den Onlineshop des Händlers. Dort fanden sich zum Lieferservice folgende Hinweise:
„24 Stunden Lieferservice ohne Aufschlag Artikel, die Sie bei uns bis 16.45 h. bestellen, gelangen noch am gleichen Tag zum Versand
und sind in der Regel am nächsten Tag (Mo-Sa) bei ihnen.“
Außerdem fand sich auf der Startseite des Onlineshops eine Werbeaussage mit „beste Preise“
Beide Werbeaussagen, „24 Stunden Lieferservice“ und „beste Preise“ hielt ein Konkurrent für irreführend und ging gegen die vor. Die Lieferung binnen 24 Stunden gelte nämlich nicht
generell, sondern sei an zusätzliche Bedingungen geknüpft, die in der Anzeige nicht genannt würden, sondern erst auf der Webseite
erläutert würden. Die Werbung mit „beste Preise“ werde zudem so verstanden, als habe der Händler stets die günstigsten Preise, was
nachweislich nicht der Fall sei.
Nachdem das den Erlass einer
einstweiligen Verfügung abgelehnt hatte, landete der Rechtsstreit vor dem OLG Hamm.
Wie entschied das OLG Hamm? Das OLG Hamm (Urteil vom 04.06.2009 – Az. 4 U 19/09) wies den Antrag des Wettbewerbers ebenfalls als
unzulässig zurück.
Die Werbung mit „24-Stunden-Lieferservice“ sei nicht irreführend, so die Oberlandesrichter. Zwar könne mit der Werbung „innerhalb von
24 Stunden“ eine Fehlvorstellung über den Inhalt der Aussage entstehen, da jedenfalls ein nicht unmaßgeblicher Teil der
angesprochenen Verbraucher den eindeutigen Wortlauf für bare Münze nehmen könnte und daher davon ausgehe dass es in allen Fällen zu
einer Lieferung innerhalb von 24 Stunden komme.
Diese Fehlvorstellung reiche aber für eine wettbewerbsrechtliche Irreführung nicht aus, weil die Verbraucher bei dem Link auf die
Startseite der Antragsgegnerin sofort von der maßgeblichen Einschränkung der erforderlichen Bestellung bis 16.45 Uhr erfahren, also
nachträglich aufgeklärt würden.
Zwar reiche eine solche nachträgliche Aufklärung in der Regel nicht aus, die eingetretene Irreführung auszuräumen, allerdings sei
dies bei Google-AdWords anders zu beurteilen. Denn die verknappte schlagwortartige Werbung bei stehe in einem kaum trennbaren Zusammenhang mit der klarstellenden Werbeaussage auf der
Startseite des Händlers. Der Link in der AdWords Anzeige sei daher wie ein Sternchenhinweis bei einer Blickfangwerbung zu beurteilen.
Durch die Werbung sei zwar eine Anlockwirkung gegeben, aber diese sei aufgrund der schnellen und einfachen Möglichkeit die
Internetseite des Händlers aufzurufen und wieder zu verlassen gering und damit zu…
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