OLG Hamm: 40 EUR-Klausel in Widerrufsbelehrung zu den Rücksendekosten bedarf einer gesonderten Vereinbarung /
Rechtsprechungsüberblick
OLG Hamm, Urteil vom 02.03.2010, Az. 4 U 180/09 §§ 357 Abs. 2 BGB; §§ 3; 4 Nr. 1 UWG
Das OLG Hamm hat nunmehr ebenfalls entschieden, dass die sog. “40 EUR”-Klausel, mit welcher dem Verbraucher nach Ausübung des
Widerrufsrecht die Kosten der Rücksendung auferlegt werden, einer gesonderten vertraglichen bedarf. Eine Wiedergabe innerhalb der Widerrufsbelehrung reiche nicht aus
und zwar auch dann nicht, wenn die Widerrufsbelehrung in die AGB eingebunden werde. Verschiedene andere Gerichte (OLG Hamburg, OLG
Koblenz, OLG Stuttgart, Urteil vom 10.12.2009, Az. 2 U 51/09 und das LG Hannover, Urteil vom 17.03.2010, Az. 22 O 16/10) haben
zwischenzeitlich in gleicher Weise entschieden, so dass in dieser Frage inzwischen von einer “gefestigen Rechtsprechung” ausgegangen
werden darf. Einzig das LG a.M. sieht die
vertragliche Vereinbarung stillschweigend durch Wiedergabe des Zusatzes innerhalb der Widerufsbelehrung als erfüllt an. Der Senat
führte aus, dass nach § 357 Abs. 2 S.3 BGB, wenn nach § 312 d Abs.1 S. 1 BGB im Rahmen des Fernabsatzes ein Widerrufsrecht bestehe,
dem Verbraucher die Kosten der Rücksendung vertraglich u.a. auferlegt werden dürften, wenn die zurückzusendende Sache einen Betrag
von 40,00 EUR nicht übersteige. Für eine (vorherige) Vereinbarung in diesem Sinne möge zwar eine entsprechende Klausel in den
Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Verwenders genügen. Indes werde allein der Inhalt der vorliegenden Widerrufsbelehrung diesen
Anforderungen nicht gerecht. Die nötige Vereinbarung könne, wie vom Senat auch bereits entschieden, nicht nur im Rahmen der Belehrung
über die Widerrufsfolgen geschehen, da die Belehrung einseitigen Charakter besitze, nicht zum eigentlichen Bestellvorgang gehöre und
insofern nicht zugleich beanspruche, selbst Vertragsbestandteil zu sein (ebenso OLG Stuttgart, Urteil vom 10.12.2009, Az. 2 U 51/09,
S. 8 f.; vorausgesetzt auch vom OLG Hamburg Beschluss vom 24.01.2008, Az. 3 W 7/08, Rn. 22).
Im Übrigen sähen auch die Gestaltungshinweise zur Musterbelehrung vor, dass zunächst eine Übernahme der Versandkosten durch den
Verbraucher vereinbart sei. Der Verbraucher vermute die Vertragsregeln nicht innerhalb der Widerrufsbelehrung. Umgekehrt werde er in
den Belehrungen, mit denen er nur die Aufklärung über gesetzlich vorgegebene Rechte und Folgen vermute, nicht ein einseitiges …
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