Zur Weiterverbreitung von Download-Software
BLOG | MEIN-RECHT-IM-NETZ.DE | 29. Juni 2009 — Die Frage, ob eine urheberrechtliche Erschöpfung auch bei online zugespielten Programmen und insbesondere bei sog. Volumenlizenzen…
OLG Frankfurt a.M., Beschluss vom 12.05.2009, Az. 11 W 15/09 §§ 34, 69 c, 97 UrhG
Das OLG Frankfurt a.M. hat entschieden, dass ein Händler nicht berechtigt ist, ohne weiteres Echtheitszertifikate (Certificates of Authenticity, COA) eines Software herstellers anzubieten, feilzuhalten und/oder sonstwie in den Verkehr zu bringen. Der urheberrechtliche Erschöpfungsgrundsatz begründe ein solches Recht nicht, da er lediglich auf die Verbreitung usw. von “körperlichen Kopien” einer Software, nicht aber die Verbreitung von Lizenzrechte dokumentierenden Urkunden Anwendung finde.
Die Firma Microsoft, Inhaberin der Urheberrechte an dem Computerprogramm „Microsoft Windows XP Professional”, hatte einen Softwarehändler per einstweilige Verfügung auf Unterlassung in Anspruch genommen. Das Oberlandesgericht erläuterte: “Zum Schutz vor Produktpiraterie stattet sie ihre Computerprogramme mit einer Reihe von Sicherheitsmerkmalen aus, u.a. sogenannten Echtheitszertifikaten (COA), die neben der Marke „Microsoft” den Namen der jeweiligen Software sowie häufig auch die für die Programminstallation nötige Seriennummer (Product - Key) enthalten. Der Beklagte hat am 30.11.2008 auf der Handelsplattform ebay mehrere - von der Antragstellerin stammende - „Original” - COAs mit der Angabe „ XP Professional Vollversionen Lizenzkey”, „Der Lizenz - Key ist unregistriert! Für alle XP -PRO Versionen verwendbar! Einsetzbar auf jedem PC oder Notebook/Laptop” zum Kauf angeboten.”
Der Antragsgegner wehrte sich im Wesentlichen mit folgender Begründung: Bei Volumenlizenzen gestatte Microsoft ihren Großkunden, das Programm zu vervielfältigen und die Vervielfältigung zu verkaufen. Bei diesem Vertriebsweg stelle die COA die einzige Verkörperung dar. Ohne Productkey lasse sich das Programm nicht installieren. Die mehrfache Verwendung des Keys für mehrere Softwarelizenzen sei nicht möglich. Die Antragstellerin habe mit dem Erstverkauf eines COA dessen Benutzung bereits zugestimmt. Durch die Weiterveräußerung werde nur die von ihr gebilligte unkörperliche Programmnutzung weitergegeben. Es liege keine Entbundelung vor, da die gehandelten COAs nie Bestandteil eines Bundles gewesen seien. Die COAs würden von der Antragstellerin zum Zwecke der Installation, zum Betrieb und zur Registrierung von Programmen ohne Handbuch und ohne CD-ROM hergestellt.
Der Verteidigungslinie des Antragsgegners schenkte das Oberlandesgericht im Ergebnis kein Gehör.
Die COAs verkörperten eine Bescheinigung für die Authentizität einer bestimmten Software, aber auch die entsprechenden (Lizenz-) rechte. Insoweit wären sie nicht ohne Zustimmung der Antragstellerin an Dritte nicht übertragbar. Denn es sei grundsätzlich allein der Antragstellerin als Urheberrechtsinhaberin vorbehalten, zu entscheiden, wem sie Nutzungsrechte an den von ihr entwickelten Softwareprogrammen einräume (§§ 34, 69 c UrhG).
Dem stehe auch nicht…
» Vollständiger ArtikelErschienen 4. Juni 2009 auf http://damm-legal.de.
BLOG | MEIN-RECHT-IM-NETZ.DE | 29. Juni 2009 — Die Frage, ob eine urheberrechtliche Erschöpfung auch bei online zugespielten Programmen und insbesondere bei sog. Volumenlizenzen…
Die herrschende Meinung | 25. Mai 2009 — Mit einem Beschluss hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens entschieden, dass der Erst…
IT-Recht Kanzlei - Nachrichten | 21. Mai 2009 — Mit einem Beschluss vom 12.5.2009 hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens entsch…
MEDIEN INTERNET und RECHT | 12. Juni 2009 — 1. Enthalten Software-Echtheitszertifikate (COA - Certificate of Authenticity) auch eine für die Programminstallation nötige Serie…
Kurz Pfitzer Wolf | 26. Mai 2009 — Was war passiert? Ein Händler bot bei eBay mehrere Echtheitszertifikate (COA) für die Software „Windows XP Professional“ an. …
Das Blog für IT-Recht | 12. Juni 2009 — Mit einem Beschluss vom 12.5.2009 hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens en…
Internet-Law | 20. Mai 2009 — Mit Beschluss vom 12.5.2009 hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens entschieden, dass der…
Das Blog für IT-Recht | 12. Juni 2009 — Mit einem Beschluss vom 12.5.2009 hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens en…
Dr. Behrmann & Härtel | 22. Mai 2009 — Mit einem Beschluss vom 12.5.2009 hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens entschieden,…
Rechtslupe | 21. Mai 2009 — Die Veräußerung von Software-Echtheitszertifikaten (COAs) durch ihren Erwerber ist nach einer aktuellen Entscheidung des Ober…