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Ohne Moos nix los - Wenn das Geld für die Kaution nicht da ist

am 19.09.2006 von strafblog

Seit Monaten schon läuft gegen den Mandanten ein Verfahren wegen Auto-Schieberei und ein Haftbefehl ist auch in der Welt. Der Mandant hält sich im Ausland auf, würde aber gerne nach Deutschland zurückkommen und sich dem Verfahren stellen. Nach Möglichkeit will er allerdings nicht monatelang in Untersuchungshaft sitzen, also habe ich mit der Staatsanwaltschaft über die Bedingungen für eine Haftverschonung verhandelt. Hierüber könne geredet werden, meint der Staatsanwalt, aber eine Kaution in Höhe von 10.000 Euro müsse schon sein. Der Mandant, der aus Russland stammt, hat aber keine 10.000 Euro und auch seine Familie bringt den Betrag nicht zusammen. Mit weniger will sich die Staatsanwaltschaft aber trotz der dargelegten Finanznöte nicht zufrieden geben. Also bleibt der Mann erst mal da, wo er ist, nämlich in seinem Heimatland. Und leidet. Zumal er die ihm zur Last gelegten Taten größtenteils bestreitet. Nach Aktenlage - die Akten umfassen ca. 20 Bände - lässt sich der Tatverdacht durchaus begründen, hiergegen anzugehen würde eine intensive Besprechung mit dem Mandanten erfordern. Aber der ist ja bekanntlich in Russland, weil er die Kaution nicht zusammenkriegt, und ihn dort aufzusuchen, ist aus finanziellen Gründen auch nicht möglich. Da bleibt im Moment nur abzuwarten, ob der Mann das Geld irgendwann doch noch zusammenkriegt. Und das Honorar muss auch aufgebracht werden. Er arbeite daran, sagt er mir gelegentlich am Telefon, und das ist ja immerhin schon mal was. Schaun mer mal ...

Autor: RA Rainer Pohlen

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