Deutschland und USA erhöhen Druck auf iranische Führung
Reuters | 27. Juni 2009 — Teheran (Reuters) - Deutschland und die USA haben einen schärferen Ton gegenüber dem Iran angeschlagen. Die Gewalt gegen die …
Washington (Reuters) - Deutschland und die USA haben die Kritik an der Führung im Iran weiter deutlich verschärft.
Die Gewalt gegen die demonstrierenden iranischen Bürger bewege sich außerhalb jeglicher internationaler Normen, sagte US-Präsident Barack Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Beide Politiker forderten zugleich ein Ende des iranischen Atomprogramms. Die nukleare Bewaffnung des Irans müsse verhindert werden. "Die Uhr tickt", sagte Obama.
"Was im Iran geschieht ist absolut inakzeptabel", sagte Obama. "Wir sprechen mit einer Stimme gegen die Gewalt im Iran." Der US-Präsident lehnte die von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad geforderte Entschuldigung wegen Einmischung in innere Angelegenheiten ab. Diese Forderung interessiere ihn gar nicht, erklärte Obama, der noch vor wenigen Wochen vor den Ausschreitungen dem Regime in Teheran mit "ausgestreckter Hand" Kooperationsbereitschaft signalisiert hatte.
Merkel sagte, das iranische Volk habe wie jedes andere auch ein Recht auf Demonstrationen und Meinungsfreiheit. Eine Nachzählung der umstrittenen Wahlergebnisse sei notwendig. "Wir werden auch alles daran setzen herauszufinden, welche Opfer es gibt", sagte Merkel. Dem Iran müsse im 21. Jahrhundert klar sein, dass die Weltgemeinschaft genau hinschaue, wie mit Demonstranten umgegangen werde.
Beide Politiker machten zugleich deutlich, dass auch der Druck auf die Atompolitik weitergehen müsse. Gemeinsames Ziel sei, dass der Iran sich nicht mit Atomwaffen ausrüsten dürfe, sagte Merkel. Die internationalen Gespräche hierzu müssten unter Einbeziehung mit Russland und China fortgesetzt werden.
Nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Iran vor zwei Wochen sind bei Protesten zahlreiche Demonstranten getötet worden. Staatsmedien berichteten von bis zu 20 Toten, die Protestbewegung spricht von deutlich mehr Opfern.
Erschienen 26. Juni 2009 bei http://www.reuters.com.
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