200 Festnahmen bei Protesten gegen Nato-Gipfel in Straßburg
Reuters | 3. April 2009 — Straßburg (Reuters) - Nach Zusammenstößen mit Nato-Gegnern hat die französische Polizei in der Nacht zum Freitag in Straßburg 2…
Baden-Baden (Reuters) - Mit rund zweistündiger Verspätung hat am Freitag in Baden-Baden eine Demonstration gegen den Nato-Gipfel begonnen.
Nach Polizeiangaben zogen rund 300 Demonstranten begleitet von mehreren Hundertschaften Polizei vom Bahnhofsvorplatz im Stadtteil Oos Richtung Innenstadt. Viele von ihnen waren bunt gekleidet, teilweise in Clowns- und Fantasiekostümen. Sie trugen Transparente mit Parolen wie "60 Jahre Nato = 60 Jahre Krieg" und "Nein zur Nato".
"Wir sind hier in Baden-Baden, um Euch die Suppe zu versalzen, die andere nicht haben", rief Mitorganisator Monty Schädel zu Beginn des Protestzuges. Ursprünglich hatten die Veranstalter mit mehreren tausend Teilnehmern gerechnet. Schädel sagte, Nato-Gegner aus den Protestcamps im zweiten Gipfel-Tagungsort Straßburg hätten ihn informiert, dass Tausende in Straßburg blieben aus Furcht davor, dass sie nicht mehr zur Haupt-Demonstration am Samstag in die französische Grenzstadt zurückkämen. Dort wollen nach Angaben der Organisatoren Zehntausende den Nato-Gipfel blockieren.
Die Demonstrationsstrecke in Baden-Baden verläuft parallel zu der Straße, auf der die Staats- und Regierungschefs der Nato-Länder vom Flughafen in die Innenstadt fahren wollten. An einer Stelle liegen beide Straßen nur rund 50 Meter voneinander entfernt. Allein in Deutschland sind knapp 15.000 Polizisten zum Schutz des Gipfels im Einsatz.
In der Nacht zum Freitag waren in Straßburg nach Zusammenstößen mit der Polizei rund 300 Nato-Gegner festgenommen worden. Mehr als 500 Demonstranten hatten versucht, sich im Zentrum von Straßburg zu versammeln. Ihre Zahl schwoll an, als sich zahlreiche Jugendliche aus den Vororten anschlossen. Dabei kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Bereitschaftspolizisten feuerten Tränengas auf vermummte Jugendliche, die trotz massiver Absperrungen in die Innenstadt von Straßburg vordringen wollten. Auf ihrem Weg warfen die Nato-Gegner die Fenster einer Polizeiwache ein, zündeten Mülltonnen an, zerkratzten Autos und bauten Barrikaden.
Erschienen 3. April 2009 bei http://www.reuters.com.
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