Nur noch wenige Einschränkungen im Bahnverkehr nach ICE-Unfall

Berlin (Reuters) - Knapp eine Woche nach der Entgleisung eines ICE-3 am Kölner Hauptbahnhof hat sich der Schienenverkehr nach Angaben der Bahn weitgehend normalisiert.

"Fast alle Strecken werden wieder betrieben, zum Teil aber noch mit Ersatzzügen", sagte eine Bahn-Sprecherin am Montag. Die ICE-3-Schnellzüge würden wegen der noch laufenden Überprüfung zum Teil mit weniger Wagen eingesetzt, so dass es noch zu Platzproblemen komme.

Bei der Kontrolle von mittlerweile mehr als der Hälfte der gut 60 ICE-3-Züge seien weiterhin keine Auffälligkeiten entdeckt worden. Die Überprüfungen würden noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Das Fahrpersonal hatte am Mittwoch den ICE-3 bei der Ausfahrt aus dem Kölner Bahnhof per Notbremse gestoppt. Dabei war der Zug mit einem Achsbruch an einem der Wagen entgleist. Verletzt wurde niemand. Zuvor hatten auf der Strecke Frankfurt-Köln sich wiederholt Reisende über verdächtige Klappergeräusche beschwert. Die Ursache für die Schäden an der Radsatzwelle war auch Montag weiter unklar.

Die Staatsanwaltschaft Köln erhofft sich nach Angaben eines Sprechers vor allem von einem Gutachten Erkenntnisse. Wann dieses vorliegen werde, stehe noch nicht fest. Klar sei, dass die Notbremsung wegen der nur geringen Geschwindigkeit des Zuges nicht die Ursache für die Entgleisung gewesen sein könne. Auf Material- oder Konstruktionsfehler durch den Hersteller Siemens gebe es bisher keine Hinweise. "Das sind im Moment alles Spekulationen", sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld.

Die Bahn hatte unterdessen Ende voriger Woche häufigere Kontrollen verfügt. Die Modelle der neuesten ICE-Generation sollen künftig bereits alle sechs Wochen nach 60.000 Kilometern statt erst nach 300.000 Kilometern auf Sicherheitsmängel überprüft werden.



Quelle: Reuters (14. Juli 2008)

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Themen: Berlin

Erschienen 14. Juli 2008 bei http://www.reuters.com.

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