Nur noch 5 Wochen...

Die Zeit vergeht wahnsinnig schnell... vor allen Dingen, wenn man viel zu tun hat. Jetzt sind es nur noch 5 Wochen bis zum Ende der Strafstation. Und man erlebt während dieser Station wirklich einiges mehr als in der Zivilstation... Mehr dazu im Eintrag! Hallo liebe Blogleser und -leserinnen, wir schreiben heute den 10. November 2006 und auch die Strafstation kommt langsam aber sicher der Zielgeraden näher. Es ist verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Aber es bewahrheitet sich immer wieder: Je mehr man erlebt, desto schneller vergeht die Zeit. Die Arbeit bei der Staatsanwaltschaft macht man nach einer gewissen Zeit beinahe schon routiniert. Man weiß, daß man fast einmal wöchentlich Sitzungsdienst hat und man bekommt regelmäßig auch Arbeit von seinem eigenen Ausbilder. Man lernt nebenher - ich habe einen Ausbilder, der mich fördert und fordert und finde das nach einem anfänglichen Gefühl der Überforderung, inzwischen richtig gut! Man gewöhnt sich an das tägliche Arbeitspensum... Und ich fühle mich richtig wohl. Die Arbeit, vor allen Dingen der Sitzungsdienst, macht mir richtigen Spaß und das zeigt, daß die Berufswahl, Juristin zu werden, ganz offensichtlich die richtige Wahl war. Ich finde das Arbeitsklima auch hervorragend, vor allen Dingen den Umstand, daß die erfahrenen Richter und Staatsanwälte auch die "Rookies" ernst nehmen und ihnen tatsächlich die Gelegenheit geben, auch Erfahrungen zu sammeln und wirklich auch aus Fehlern zu lernen, finde ich sehr gut. Allerdings muß ich wirklich feststellen, daß die Zeit jetzt in der Strafstation wirklich enorm viel schneller vorübergeht als in der Zivilstation. Während man da noch Zeit hatte, sich zu akklimatisieren und sich überhaupt an das Dasein als Referendar zu gewöhnen, wird man bei der Staatsanwaltschaft richtig gefordert. Man leistet seinen Beitrag und nimmt den Staatsanwälten richtig Arbeit ab. Das gibt einem, trotz der vielen Arbeit, das gute Gefühl, tatsächlich etwas geleistet zu haben. Natürlich sehe ich deswegen dem Ende der Station und dem Beginn der Anwaltsstation I mit gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich freue ich mich sehr über einen Aufgabenwechsel und auf neue Herausforderungen. Aber da ich schon von Kollegen/-innen gehört habe, daß die Strafstation die ist, wo man am meisten praktisch arbeitet, bin ich auch ein wenig traurig, daß ich bald wieder weniger selbst und eigenverantwortlich werde in die Hand nehmen können. Bis zum Ende der Station werde ich noch einige Abschlußverfügungen schreiben dürfen. Nachdem mein Ausbilder anfangs vermutlich noch nicht ganz zufrieden war mit meiner Arbeit, da er einiges zu kritisieren hatte - aber Übung macht den Meister! - erhält er inzwischen meine Abschlußverfügungen per Diskette, weil meine Arbeiten wohl jetzt gut verwertbar sind. Es ist schwierig, sich vom Stil der Zivilstation in den Stil der Strafstation einzufinden, die Art, die Verfügungen abzufassen unterscheidet sich dann doch recht deutlich von der Art und Weise, wie man Zivilurteile schreibt. Das Positive daran ist aber, daß man hier wirklich Learning By Doing betreibt. Weiterhin wird mich mein Ausbilder noch einige Male abfragen... Außerdem werde ich in den nächsten 5 Wochen noch mindestens dreimal Sitzungsdienst haben. Und dann ist die Station schon vorbei... Bis dahin werde ich, neben meiner Arbeit in der Strafstation, noch einige Bewerbungen schreiben müssen, für die Stationen Rechtsanwalt II und meine Wahlstation nach dem schriftlichen Examen. Bis zum schriftlichen 2. StEx sind es auch nur noch grob 12 Monate und 3 Wochen, so daß ich wohl jetzt so langsam auch die intensive Lernphase einläuten sollte. Obwohl ich es mir schwierig vorstelle, mich ähnlich intensiv wie vor dem 1. StEx vorzubereiten... Inzwischen wünsche ich allen eine gute Novemberzeit und nehme an, daß ich mich dann in der Vorweihnachtszeit wieder mit Neuigkeiten werde melden können! Bis bald, Eure Jolanda

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Erschienen 10. November 2006 auf http://jolandasreferendariat.blogg.de/.

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