«Not» macht erfinderisch: Gesprächsnotizblock für Anwälte

Das Büro der Zukunft mag papierlos sein, meine Kanzlei in der Gegenwart ist es nicht: Dabei bin ich kein Fortschrittsverweigerer, mag Technik und schätze die Vorzüge elektronischer Dokumente und Aktenführung schon aus Gründen der Bequemlichkeit und der Datensicherung. Daher wurde hier vom ersten Tag an jedes eingehende Schreiben gescannt, das Diktatsystem ist ebenfalls ein digitales. Trotzdem möchte ich nicht auf handschriftliche Notizen verzichten, sei es im persönlichen Beratungsgespräch, während der telefonischen Mandatsanbahnung oder als Gedächtnisstütze bzw. zur internen Kommunikation wenn ein Mitarbeiter ans Telefon geht.

Ich bin nicht der einzige. Büroausstatter haben deshalb Gesprächsnotizblöcke im Sortiment.

Beklagenswert: Der Markt der Gesprächsnotizblöcke

Im Laufe der Zeit habe ich diverse Modelle im Einsatz gehabt und bin mit den erhältlichen Produkten nie richtig warm geworden. Vereinfacht lässt sich sagen: Sie haben zu wenig Platz für Notizen, sind nicht am typischen Gesprächsablauf orientiert und sehen übel aus. Etwas ausführlicher:

An einem Modell, das sogar speziell für Anwälte gefertigt wird, gefiel mir die Reduzierung des Blocks auf das Wesentliche. Es störte – neben leicht antiquierter Gestaltung – jedoch, dass die Zettel wegen ihrer geringen Größe nur für sehr kurze Telefonnotizen geeignet sind. Hinzu kommt: Mir ist nur ein Händler bekannt, der das Modell im Programm hat.

Drei weitere Gesprächsnotizblöcke in DIN A5 sind für meine Begriffe zumindest nicht anwaltstauglich:

Mal ist kostbare Fläche mit Werbung verschwendet, begleitet von einer marktschreierischen Farbgebung und extrakleinen Kästchen zum Ankreuzen der Rahmenbedingungen des Gesprächs und Kardinalfehlern wie einem rund drei Zentimeter breiten Namensfeld (bei meiner Handschrift wird es immer dann problematisch, wenn jemand anruft, dessen Name länger ist als Müller). Ein anderer Block ist hinnehmbar strukturiert und hat genug Platz für Notizen, die Überschrift ist allerdings in einem Comic-Font gehalten, der für einen Anwalt indiskutabel ist (solange man sich nicht wegen eines Schwerpunkts im Familienrecht als kinderfreundlich präsentieren und dieses Konzept bis zu den internen Arbeitsmitteln durchziehen möchte). Zu Block Nr. 3 will ich kein Wort mehr verlieren, den meint der Hersteller schon nicht ernst (feat. Linienhöhe 6 Millimeter und der für meine Begriffe mehr als fragwürdigen Idee, die Uhrzeit auf einer stilisierten Uhr einzuzeichnen).

Zu meinem typischen Gepsprächsablauf passte auch keiner der Gesprächsnotizblöcke: Ich pflege eingangs den Namen des Gesprächspartners und das Thema zu notieren, dann aber zur Sache zu kommen, bevor das Gespräch mit der Fixierung der Kontaktdaten endet (soweit erforderlich).

Foto meines Gesprächsnotizblocks (und zugleich Beleg, dass es um die Qualität von Handykameras nicht viel besser steht als um die des…

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Themen: Lte , Nerd , Kanzlei , Papierloses Büro , Büroorganisation , Gesprächsnotizblock
Rechtsgebiet: Arbeitsrecht

Erschienen 11. Oktober 2011 auf http://anwaltniemeyer.de.

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