Der General steht nicht zur Wahl (und andere kleinliche Anmerkungen in Sachen ORF)
e-comm | 6. April 2011 — Gestern kündigte ORF-Generaldirektor Wrabetz an, sich wiederum um die Funktion des ORF-Generaldirektors zu bewerben. Wirft man ein…
Dass die Bestellung des ORF-Generaldirektors/der ORF-Generaldirektorin keine Wahl ist, habe ich schon gelegentlich angemerkt (zuletzt hier; näher begründet hier); schon gar nicht ist es eine Wahl, bei der die KandidatInnen von politischen Parteien nominiert werden. Natürlich ist es auch politischen Parteien nicht verwehrt, Personen zur Bewerbung motivieren zu wollen - aber bewerben müssen sich diese schon selbst (bzw können nach Ansicht des Stiftungsrates KandidatInnen auch ohne vorherige Bewerbung von den Mitgliedern des Sitftungsrates - die sind übrigens gemäß § 19 Abs 2 ORF-Gesetz "an keine Weisungen und Aufträge gebunden" - nominiert werden). Und über die Bestellung entscheiden schließlich - auch dabei: "an keine Weisungen und Aufträge gebunden" - die Mitglieder des Stiftungsrates. Diese sind, auch das steht im Gesetz, "soweit gesetzlich nicht anderes bestimmt ist, zur Verschwiegenheit über alle ihnen im Rahmen ihrer Tätigkeit bekannt werdenden Umstände der Stiftung und der mit ihr verbundenen Unternehmen verpflichtet." Und nun ein paar Beispiele aus der Praxis (von mir oberflächlich "anonymisiert", weil es mir nicht um die jeweiligen Parteien und Personen, sondern nur um die beispielsweise Darstellung der Symptomatik geht): Eine frühere Generaldirektorin (zu deren Amtszeit § 19 Abs 2 ORF-G schon in Kraft stand) meinte in einem Presse-Interview vor kurzem, eine (bestimmte) politische Partei habe "nicht nur das Recht, sondern die Pflicht" einen Kandidaten zu suchen. Ein anderer früherer Ex-Chef des ORF teilte in einem profil-Interview mit, er sei im Frühjahr 2009 vom Bundeskanzler gefragt worden, ob er sich vorstellen könnte, den ORF zu führen. Seine Entscheidung, sich nicht zu bewerben, begründet er - so fasst das jedenfalls profil zusammen - im Wesentlichen damit, dass er nicht bereit sei, parteipolitische Personalwünsche willfährig umzusetzen. Dass er selbst mit dem Bundeskanzler - der auf die Entscheidung des Stiftungsrates über die Bestellung des Generaldirektors keinen Einfluss nehmen darf - und auch mit Politikern der ÖVP, die genauso wenig Einfluss nehmen dürfen, über eine mögliche Bewerbung gesprochen hat, war ihm offenbar kein Problem. Ähnlich scheint das auch bei einem weiteren Kandidaten zu sein, der sich öffentlich darüber beklagt, dass es an der Spitze des ORF "keinen Platz für politisch und wirtschaftlich unabhängige Kandidaten mit internationaler Medienerfahrung" gebe, aber (laut demselben profil-Bericht) offenbar Gespräche mit dem Klubobmann einer politischen Partei über eine Bewerbung für die Funktion des ORF-Generaldirektors geführt hat. Ein Partei-Generalsekretär kündigte "eine geschlossene Vorgangsweise der [Partei]-Stiftungsräte" an, was entweder eine ziemliche Nullmeldung ist (denn es gibt nur ein auf Vorschlag dieser Partei bestelltes Stiftungsratsmitglied, das wie jedes andere Mitglied nur eine Stimme hat, sodass ich mir eine "nicht geschlossene Vorgangsweise" dieses einen Mitglie…
» Vollständiger Artikele-comm | 6. April 2011 — Gestern kündigte ORF-Generaldirektor Wrabetz an, sich wiederum um die Funktion des ORF-Generaldirektors zu bewerben. Wirft man ein…
e-comm | 7. August 2011 — Voraussichtlich am kommenden Dienstag wird der neue ORF-Generaldirektor / die neue ORF-Generaldirektorin bestellt; wie ich schon …
e-comm | 22. April 2010 — Da man derzeit in den Medien immer wieder liest, dass sich ÖVP und SPÖ nicht auf eine(n) neue(n) Stiftungsratsvorsitzende(n) einig…
e-comm | 13. September 2011 — "Wenn die Musi spielt" ist eine "erfolgreiche Eigenproduktion" des ORF Landesstudios Kärnten, so meint jedenfalls Landeshauptmann …
Datenschutzbeauftragter Online | 15. Dezember 2008 — Mal ein kurzer Bericht von der politischen Front - und ja: Ich bin politisch aktiv. Jedenfalls minimal. Für mich ist es z.B. ei…
e-comm | 4. April 2009 — "Darauf kann man sehr stolz sein", sagte Klaus Pekarekt, Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates, zur Beschlussfassung über das acht S…
e-comm | 27. August 2011 — "Um Verwerfungen der letzten Wochen, welche durch Kommunikationsdefizite entstanden sind, zu überwinden und den Informationsfluss…
e-comm | 17. Dezember 2009 — Es ist schon einige Zeit her, da glaubte Klaus Pekarek, Vorsitzender des ORF-Stiftungsrates, noch daran, dass ein Corporate Govern…
e-comm | 22. November 2010 — Nein: zu den aktuellen ORF-(Personal-)Debatten werde ich mich in diesem Blog aus guten Gründen auch weiterhin nicht näher äußern.…
e-comm | 1. Mai 2011 — Seit 2006 werkte angeblich eine Arbeitsgruppe des ORF-Stiftungsrats an einem Corporate Governance Kodex für Organmitglieder des O…
Monika Lindner über den „unerschütterlichen“ SPÖ-Beschluss zur Wiederwahl von ORF-Chef Wrabetz .
RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler wird sich nicht um den Posten des ORF-Generaldirektors bewerben und sagt im profil-Interview, warum.
Am 28. Juli zu Mitternacht endet die Bewerbungsfrist für den Posten des ORF-Generaldirektors. Nachdem RTL-Boss Gerhard Zeiler via profil-...
Eine Unterstützung wird aber auch nicht mehr gänzlich ausgeschlossen.
ORF-Gesetz trat am 1. 8. 2001 in Kraft - Einstiger Chef-Kritiker Cap aus heutiger Sicht zufrieden - ÖVP über eigenes Gesetz unglücklich: Entpolitisierung "nur zum Schei
Die Wiederwahl von Alexander Wrabetz zum ORF-Generaldirektor sei (noch) keine ausgemachte Sache, sagt der ÖVP-Obmann.
Medwenitsch: Wird sicher noch Persönlichkeiten geben, "die für die bürgerlichen Stiftungsräte absolut wählbar sind"
Resetarits-Kraml möchte ORF-Chefin werden. Das scheitert aber bereits an einer Bestimmung im ORF-Gesetz. Noch will sie nicht aufgeben.
Geschätzte Damen und Herren! - Eine so richtig ernste Bewerbung als ORF-General
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