No ruleZ

Ich sollte kürzlich eine für die Musikbranche wichtige Gerichtsentscheidung lesen, um diese den anderen im Team gegenüber zu erläutern. Die aus etlichen Seiten bestehende Kopie sah aber überhaupt nicht nach einem Gerichtsurteil aus. Da ich es schon kannte, dass es zu jeder Entscheidung mindestens 100 weitere Dokumente gibt, ging ich davon aus, dass man mir möglicherweise das falsche Dokument übermittelte. Stutzig machte mich auch der Aufdruck "Second amended final judment". Wie ist denn das jetzt zu verstehen? Man haut erst einmal ein Urteil raus und wenn man dann nicht mehr damit zufrieden ist, ändert man es nochmal vorsichtshalber ab ("to amend") und nennt es dann "final", bevor es noch mehr Gemecker gibt? Nach dem Motto: "Also, diese Entscheidung meine ich jetzt aber wirklich ernst! Das ist jetzt meine Finalversion." Oder wie, oder was? Nur der letzte Absatz der Gerichtsentscheidung gab dann etwas Aufschluss. Dort heißt es nämlich, dass diese Entscheidung die bisherige Entscheidung aus dem Jahr 1950(!) aufhebt und ersetzt. Das machte tatsächlich etwas Sinn, denn die abgeänderte Fassung wurde auf Streaming-Lizenzen erweitert und 1950 gab es nunmal noch kein Streaming, dafür stand die Geburt des Rock'n'Roll immerhin schon bevor. Bei uns im "code based Germany" kennen wir so etwas natürlich nicht, ein Urteil abzuändern, denn dort werden stattdessen neue Gesetze verabschiedet. Dennoch überraschte mich nach wie vor der Aufbau des Urteils, der mehr einem Vertrag glich, weil z.B. der Anfang aus Definitionen bestand. Vielleicht war der Richter vor der Bekleidung seines Richter-…

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Themen: New York , Usa , Germany , Law School , Vertrag , Definitionen , Neue Gesetze , Examen , Ausland

Erschienen 25. März 2010 auf http://stattaller.blogspot.com/.

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