No Chips, please !

© Liz Collet

Nein, ich meine nicht die aus dem Lebensmittel-Themenbereich, die Sie gestern beispielsweise in dieser knusprigen und würzigen Form in der Suppenküche knuspern konnten oder diese, die aus hauchdünnen ofengebackenen Kartoffelscheiben ebenfalls zu Suppe oder Salat oder als hauchfeine knuspriger Snack z.B. zu diesen Matjes-Löffel-Schmankerl-Schlingeln gute Verführungsdienste leisten. Nein, die Rede ist von anderen Chips. Kleinen und unscheinbaren, meist im Wäschetikett kaschiertem und dort er-spürbarem Chip: sogenannte RFID-Chips in Kleidungsstücken. Sie schlagen Alarm, wenn Sie die Kontroll-Punkte in Läden verlassen und nicht nur in dem Laden, in welchen Sie diese redlich erworben haben. Sondern fast überall in anderen Läden (auch etwa solchen der Elektronikwaren etc) und bescheren Kunden das peinliche Gefühl und Erfahrung, für nix und wieder nix ihre Taschen leeren und reinguggen lassen zu müssen, obwohl sie nur arglos mit der ihnen gehörenden Bekleidung einen Laden betreten oder verlassen. Die Chips schlagen Alarm, die Datenschützer auch, denn die Funkchips können noch mehr: Beispielsweise sogar aus einiger Entfernung ausgelesen werden. Diese elektronischen Chips arbeiten mit Radio-Frequenz-Identifikation (RFID) und ermöglichen damit Unternehmen, Abläufe im Lager oder bei der Inventur zu vereinfachen. Voraussetzung dafür aber ist, dass eben jeder Chip eine weltweit einmalige Nummer enthält, um berührungslos erfasst und gespeichert und gelesen zu werden. Und schon lassen sich damit auch Bewegungsprofile von Menschen erstellen. Wie sich RFID-Nummern in der Kleidung von Passanten selbst aus einiger Entfernung auslesen lassen, demonstrierten jetzt Aktivisten des Bielefelder Vereins Foebud. Diese monieren nicht, dass Unternehmen die RFID-Technik für Logistik, Inventur und zur Diebstahlsicherung nutzen, aber -zu recht – dass der Chip nach dem Bezahlen an der Kasse entfernt wird. Das aber wird von vielen Bekleidungsläden nicht gemacht, denn das Abschneiden kostet zu viel Zeit, bindet zu viel Personal und so wird das Pflegeetikett an der Kasse ggf. entfernt, wenn die Kundin dies wünsche. Angeblich wollen Kundinnen oder Kunden das lieber selbst machen. Zuhause. Dazu müssten Kunden aber überhaupt erst einmal etwas von der Existenz dieses Chips wissen und was er könne und bewirke. Aus meiner eigenen Erfahrung als Kunde wie auch auf der anderen Seite des Handels und diversen Tätigkeiten dort wage ich zu behaupten, dass [zu] wenige Unternehmen ihre Kunden darüber informieren, noch weniger an Kassen Kunden darauf hingewiesen werden oder es überhaupt wissen.

(Mir persönlich muss das auch keine Mitarbeiterin an der Kasse abnehmen und Etiketten aus der Kleidung schnibbeln – mir genügt, wenn sie mir die Schere in die Hand gibt, wenn ich mal ausnahmsweise keine bei mir habe. – Ja, jetzt würden SIE gern einen Blick in meine Tasch…

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Themen: Datenschutz , Verbraucherschutz , Kommentar , Rfid , Daten , Grundrechte , Verbraucher , Rede , Radio , Sparkasse , Konsumenten , Snack , Salat , Logistik , Datenschützer , Informationsfreiheit , Verbraucherinformation , News & Medien , Law Art , Lawun[d]arts , Rechts Und Links Reingeblinzelt , Datenerfassung , Datenerhebung , Ec-karte , Inventur , Tags , Verbraucherschutz Und Verbraucherrecht , Bewegungsprofile , Bibliotheksausweise , Diebstahlsicherung , Digitale Spur , Funkchips , Mitarbeiterausweise , Radio-frequenz-identifikation , Radio-frequenz-identifikation (rfid) , Rfid-chips , Studentenausweise , Transponder

Erschienen 17. Januar 2012 auf http://jusatpublicum.wordpress.com.

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