Diebstahl virtueller Gegenstände
RA-Blog | 23. Oktober 2008 — Wie Golem und Heise gestern berichteten, hat ein Bezirksgericht im niederländischen Leeuwarden zwei Jugendliche wegen Diebstahls z…
Gestern geisterte eine Meldung durch die Computernews, z.B. bei heise.de und golem.de wonach ein niederländisches Gericht zwei Jugendliche wegen eines Diebstahls virtueller Güter in einem Online-Spiel verurteilt habe. Nach Studium der in den deutschen Berichten zitierten Quellen (z.B. de Volkskrant und Radio Netherlands Worldwide) stellt sich der Tathergang folgendermaßen dar: Zwei Jugendlich haben ihr ebenfalls jugendliches Opfer gezwungen sie zr Wohnung eines der Täter zu begleiten. Dort haben sie das Opfer so lange mit Schlägen und Tritten traktiert und mit Messern bedroht, bis dieser sich in das Onlinespiel "Runescape" einloggte und virtuelle Güter, die er dort zuvor gewonnen hatte, an die Accounts der Täter transferierte. Das niederländische Gericht bewertete die Tat als "Diebstahl mit Gewalt" (diefstal met geweld) - nach deutscher Begrifflichkeit entspricht dies am ehesten den Delikten Raub (§ 249 StGB - gewaltsames "Nehmen") oder Räuberische Erpressung (§ 255 StGB - gewaltsames "Sich-Geben-lassen"). Der Schwerpunkt des Falles lag aber auf der Frage, ob an virtuellen Gegenständen überhaupt ein Diebstahlsdelikt begangen werden kann. Der Staatsanwalt hat vorgetragen, dass hierfür maßgeblich sei, ob das gestohlene Objekt für das Opfer einen gewissen wert darstelle, den es durch die Tat eingebüßt habe. Dass die Sachen einen Wert hätten, ergebe sich daraus, dass Gegenstände aus Onlinespielen auch außerhalb der Spiele gegen Geld gehandelt würden. Das Gericht ist dem Gefolgt und hat zudem auf eine frühere Entscheidung zum "Stromdiebstahl" verwiesen, bei dem ebenfalls lediglich auf den Wert, jedoch nicht auf die Körperlichkeit des entwendeten Gutes abgestellt worden sei. Hier liegt ein entscheidender Unterschied zum deutschen Recht. Die Tatbestände der Diebstahls- und Raubdelikte im deutschen StGB gehen vom bürgerlich-rechtlichen Sachenbegriff des § 90 BGB aus, wonach Sachen körperliche Gegenstände sind. Die hierdurch bed…
» Vollständiger ArtikelRA-Blog | 23. Oktober 2008 — Wie Golem und Heise gestern berichteten, hat ein Bezirksgericht im niederländischen Leeuwarden zwei Jugendliche wegen Diebstahls z…
Jurakopf | 22. Oktober 2008 — Das mag dem Juristen durch den Kopf schießen, wenn er diese Meldung auf Golemliest: Virtuelle Gegenstände haben einen Wer…
For..Net | 23. Oktober 2008 — Ein Gericht in den Niederlanden hat zwei Jugendliche, im Alter von 14 und 15 Jahren, zur Ableistung von insgesamt 360 Stunden …
IT-Recht Blog | 6. November 2008 — In den Niederlanden hat ein Gericht ein Urteil gefällt, welches in dieser Form in Deutschland jedenfalls zur Zeit undenkbar ers…
kanzlei-hoenig.de | 1. August 2009 — Einem Arbeiter aus Oberhausen ist fristlos gekündigt worden, weil er in seiner Firma sein Handy aufgeladen hat. Der Arbeitgeb…
Internet-Strafrecht.com | 26. Oktober 2010 — Die Augsburger-Allgemeine berichtet von einem Urteil aus Augsburg, das erstmals den virtuellen Diebstahl behandelt (Über die …
beck-blog | 3. August 2009 — Weil er den Akku seines privaten Mobiltelefons im Betrieb aufgeladen hat, ist einem Arbeitnehmer nach 15 Jahren Betriebszugehör…
Jurakopf | 18. November 2008 — Die Frage, ob man den Dieb um die von ihm gestohlene beute betrügen kann habe ich bereits als Meinungsstreit hier dargestellt. …
Verteidiger aus Berlin | 21. September 2010 — Der “einfache” Diebstahl wird gem. § 242 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft. Ein besonders schwe…
Recht merkwürdig | 23. April 2012 — Ein kleiner Dialog aus der "Diskussions"-Sendung "Studio Friedmann", in der er Marina Weisband, politische Geschäftsführerin der P…
Das Reichsgericht hatte sich 1899 mit etwas seltsamen zu Beschäftigen: Da hatte jemand Elektrizität gestohlen indem er eine Leitung anzapfte. Die damals