Feststellung der Vaterschaft
Handakte WebLAWg | 5. Oktober 2006 — Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EuGHMR) hatte über den Fall eines Schweizer Bürgers, geboren 1939, zu entsche…
Der vermutliche Vater war bereits verstorben und feuerbestattet worden. Nun wollte der nichteheliche Sohn die Vaterschaft festgestellen lassen, um an den Pfichtteil zu kommen. Der Putativ-Vater hatte praktisch zwei Familien: Eine mit der Frau, mit der er verheiratet war, und dort gab es eine Tochter; und eine mit einer weiteren Frau, mit der er einen Sohn, den Kläger hatte. In beiden Familien ging er als Familienvater ein und aus, was auch sämtlichen Beteiligten bekannt war. Dem nichtehelichen Sohn versprach er, ihn im Testament zu berücksichtigen und dadruch klarzustellen, dass er sein Vater sei. Daher ließ der Sohn zu Lebzeiten die Vaterschaft nicht feststellen, um kein böses Blut in die Gemengelage der zwei Familien zu bringen. Der Vater jedoch machte kein Testament sondern einen Ehevertrag mit seiner ihm angetrauten Frau, in dem er seinen Nachlass unter Ausschluss des Sohnes regelte. Nun wollte der in zwischen 23-jährige post mortem Sohn die Vaterschaft festgestellt haben, um wenigstens an den Pflichtteil zu kommen. Das Gericht ordnete an, die eheliche Tochter habe zum Zwecke des Erbgutvergleichs für eine Blutentnahme zur Verfügung zu stehen. Diese weigerte sich mit dem Hinweis, die Maßnahme sei nicht zumutbar i.S.v. § 178 I FamFG: Der Sohn habe mit der Feststellung zu lange gewartet und man könne ihr nicht zumuten, als Beweismittel gegen ihre Mutter zur Verfügung zu stehen. Das sah das OLG München (Urteil vom 27.06.2011, Az.: 33 UF 942/11 = BeckRS 20…
» Vollständiger ArtikelErschienen 6. Juli 2011 auf http://fokus-familienrecht.blogspot.com.
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