Nicht-Risikogruppen werden erst im Spätherbst geimpft

Berlin (Reuters) - Bürger, die nicht zu einer Risikogruppe gehören, können voraussichtlich erst im Spätherbst gegen die Schweinegrippe geimpft werden.

Da die Aufteilung der Kosten zwischen Bund und Ländern noch nicht klar sei, habe eine ursprünglich geplante zusätzliche Bestellung von Impfdosen am Dienstag nicht ausgelöst werden können, sagte der Sprecher des thüringischen Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, am Dienstag in Erfurt. Es sei nun angepeilt, dass Mitte September die Bestellung bei den Herstellern eingereicht werde. Die Gesundheitsminister wollten zuvor in der übernächsten Woche zu einer Sonderkonferenz in Berlin zusammentreffen.

Die thüringische Ministerin Christine Lieberknecht (CDU) hat zurzeit den Vorsitz in der Gesundheitsministerkonferenz inne und ist daher für die Bestellung der Impfdosen zuständig. Laut ihres Sprechers vergehen von der Auslieferung bis zur Bestellung sechs bis sieben Wochen. Die freiwillige Impfung von Personen ohne erhöhtes Krankheitsrisiko könne daher erst im November/Dezember vorgenommen werden.

Die Bundesregierung hatte beschlossen, dass zunächst Menschen mit Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibige, Schwangere sowie Beschäftigte von Gesundheits- und Sicherheitsdiensten immunisiert werden. Die Länder haben dazu 50 Millionen Impfdosen beim Hersteller GlaxoSmithKline bestellt. Diese reichen für etwa 25 Millionen Bürger und sollen ab Anfang Oktober zur Verfügung stehen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für 50 Prozent und damit rund 35 Millionen Impfungen. Die Kosten für darüber hinausgehende Impfungen sollen Bund und Länder tragen. Verhandlungen zwischen ihnen über die Aufteilung der Kosten waren am Montag vertagt worden.

Die Gesundheitsminister seien sich bei einer Telefonkonferenz einig gewesen, dass die übrigen Impfdosen zügig nachbestellt werden sollten, damit so rasch wie möglich geimpft werden könne, sagte Schulz. Zunächst müsse aber von der Arbeitsgruppe im Kanzleramt zur Finanzierung der Impfung grünes Licht gegeben werden. Ziel sei, dass jeder Bürger eine kostenfreie Impfung gegen den H1N1-Erreger bekommen könne. Allerdings sei von den den Bürgern ohne erhöhtes Erkrankungsrisiko ein gewisses Maß an Solidarität und Besonnenheit erforderlich.

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte, es sei immer klar gewesen, dass die Auslieferung des Impfstoffs schrittweise geschehen werden. Schon rein logistisch könne die gesamte Impfaktion nicht an einem Tag bewerkstelligt werden.

Experten rechnen für den Herbst mit einer stärkeren Verbreitung des Virus und schwereren Verläufen in Deutschland bis hin zu Todesfällen. Auch schließen sie nicht aus, dass der Erreger gefährlicher werden könnte. Bislang verlief die Krankheit in Deutschland eher mild.



Quelle: Reuters (25. August 2009)

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Themen: Berlin , Germany , Cdu , Western Europe , Europe , German General News , Domestic Politics , Health And Medicine , Labour; Employment; Unemployment , Financials , Bund , Sprecher , Macro-economics , Insurance (industry Group) , Healthcare , Healthcare Services , Pharmaceuticals (sub-industry) , Pharmaceuticals And Biotechnology

Erschienen 25. August 2009 bei http://www.reuters.com.

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