Neuseeland: „Three strikes and you are out“ ist Gesetz

In den letzten Monaten ist die „three strikes and you are out“-Regel fast überall ein heiß diskutiertes Thema. Hier in Neuseeland wird sie nun (unausgegorenes) Gesetz und führt zu großer Entrüstung. Im folgenden werde ich diese Regel erklären und anhand des Beispiels Neuseeland aufzeigen, welche Bedenken gegen sie sprechen. Mag Neuseeland auch fern und zuweilen hinter dem Weltgeschehen liegen, dieses Mal gehen sie mit einem (schlechten) Beispiel voran.

Ich benutzte im Text wegen des internationalen Hintergrundes den Begriff “Copyright”. Genauso gut könnte dort aber auch “Urheberrecht” stehen.

Was ist die „three strikes and you are out“ Regel?

Die „three strikes and you are out“ Regel besagt, dass:

Ein Copyrightinhaber einem Internetprovider (ISP) die IP-Adresse eines seiner Kunden mitteilt und eine Copyrightverletzung behauptet. Der ISP verschickt dann eine Warnung an seinen Kunden. Nach der dritten Warnung kappt der ISP die Internetverbindung des Kunden.

Woher kommt diese Regel?

Bisher ist die Copyrightindustrie, allem voran die Musikindustrie mit Anzeigen und Klagen gegen individuelle Nutzer vorgegangen. Diese Klagen waren jedoch zusammengenommen erfolglos. Die Tauschbörsen florieren weiterhin, es fällt schwer die Delinquenten zu erwischen und auch der Ruf der ganze Industrie hat mehr als ein paar Kratzer abbekommen.

Daher beschloss man einen Strategiewechsel. Statt gegen einzelne User vorzugehen, setzt man nun auf die Zusammenarbeit mit den Internet Service Providern (ISPs). Denn diese sind so genannte “Gatekeeper”, also Torwächter, die den Usern den Zugang ins Internet ermöglichen. Wenn man diese nun einspannt, können die User viel direkter angegangen werden. Worauf die Copyright Industrie setzt, sind die Ersparnisse der ISPs. Denn wer viele Files herunter lädt nimmt übermäßig viel Bandbreite in Anspruch. Diesen Kunden loszuwerden, würde damit den ISP entlasten.

Dennoch wollen viele ISPs nicht sich zwischen die Copyrightindustrie und die User stellen und ziehen es vor neutral zu bleiben. Darum versucht die Copyrightindustrie die Gesetzgeber zum Erlass von Gesetzen zu bewegen, damit die ISPs diese Torwächter funktion ausüben müssen.

Folgende Vorteile verspricht sich die Copyrightindustrie von dieser neuen Strategie:

Wirkungsvolleres Drohmittel: Das Internet zu verlieren ist für viele eine viel größere und nachvollziehbare Bedrohung, als verklagt zu werden. Imagevorteile: Die bösen Buben werden die ISPs. Denn die verschicken Warnungen und kappen die Internetverbindung. Effizienz & Angemessenheit: Durch das Warnsystem werden die User nicht sofort abgestraft und bekommen einen Schuss vor den Bug Kostenersparnis und Risikominimierung: Gerichtliches Vorgehen und Strafanzeigen haben einen großen Nachteil. Sie führen über Richter und Staatsanwälte hinweg, die zunehmend der Meinung sind, d… Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.

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Themen: EU , Usa , Internet , Law , Gesetz , Frankreich , Copyright , Neuseeland , Internet Service Provider , Three Strikes , Riaa , Isp , Irland , 92a , Kiwi , Warnung , Beendigung , Counter-notice , Judith Tizard , Kappung , Notice , Warnhinweise

Erschienen 9. Februar 2009 auf http://www.advisign.de/blog/.

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