Verdi will im Tarifstreit mit Bankgewerbe Druck erhöhen
Reuters | 30. Juni 2008 — Frankfurt (Reuters) - Die Gewerkschaft Verdi will im Banken-Tarifstreit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Zu Beginn der …
Frankfurt (Reuters) - Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Bankenbranche hat die Gewerkschaft Verdi mit neuen Warnstreiks versucht, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.
Die Protestaktionen konzentrierten sich am Montag auf Berliner Geldhäuser. Rund 700 Beschäftigte beteiligten sich nach Angaben einer Verdi-Sprecherin an dem vorübergehenden Ausstand. In der vergangenen Woche hatten bereits Hunderte Bankmitarbeiter in mehreren Städten für höhere Löhne demonstriert. Die Gewerkschaft droht mit Streiks, sollten die Arbeitgeber bei den Gesprächen am Dienstag in Frankfurt kein konkretes Gehaltsangebot für die 250.000 Beschäftigten öffentlicher und privater Banken auf den Tisch legen.
Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen der Gewerkschaft nach einer achtprozentigen Gehaltserhöhung ab. Sie pochen vielmehr auf eine flexiblere Vergütung für Vertriebsmitarbeiter. Erst wenn sich in diesen und anderen Fragen eine Einigung abzeichnet, wollen sie über die Löhne sprechen. Verdi lehnt eine Flexibilisierung der Bezahlung ab, da sie Gehaltseinbußen befürchtet. Zentraler Knackpunkt in den Gesprächen dürfte die Beschäftigungssicherheit im Falle von Fusionen sein. Verdi befürchtet bei Zusammenschlüssen deutscher Großbanken den Abbau Zehntausender Stellen. Die Arbeitgeber wollen den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen nicht tariflich festschreiben.
Streit gibt es aber nicht nur zwischen den Tarifparteien, sondern auch innerhalb des Gewerkschaftslagers der Bankenbranche. So warf die kleinere Arbeitnehmervertretung DBV Verdi vergangene Woche vor, Ängste unter den Mitarbeitern zu schüren. Sie forderte die größere Gewerkschaft auf, bei den Tarifverhandlungen zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. Auslöser des Streits ist ein von Verdi abgelehnter Tarifvertrag, den unter anderem der DBV unlängst mit den Genossenschaftsbanken abgeschlossen haben. Beide Gewerkschaften beteuern jedoch, trotz des Disputs in den laufenden Verhandlungen einen gemeinsamen Abschluss anzustreben.
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