Neue Twitter-AGB: Medienkompetenz, die schon meine Oma kannte
Als Facebook Anfang des Jahres seine AGB geändert hat, hagelte es Proteste. Twitter hat nun seine AGB auch geändert (AGB, Zusammenfassung) und obwohl meines Erachtens die Änderungen mit denen von Facebook vergleichbar ist, scheint dies keinen richtig aufzuregen. Ich sehe weder überlaufene Facebookprotestgruppen, bei Heise scheinen sich die Trolle in den Winterschlaf begeben zu haben und die Suche nach “twitter terms conditions protest” ergibt als ersten Treffer “Facebook Terms and Conditions Protest“.
Warum? Ich denke, weil Twitter seinen Nutzern etwas gibt, was viele (Online)Unternehmen anscheinend nicht für nötig erachten: Würde.
Im Folgenden zeige ich was es bringt den Nutzern auf Augenhöhe als “Vertragspartner” und nicht als Teil einer anonymen Masse zu begegnen und was meine Oma mit dem Ganzen zu tun hat.
Twitter-AGB: Umfangreiche Rechte für TwitterIm Februar regte ich mich neben vielen anderen Nutzen über die Facebook-AGB auf, die es ermöglichten die von mir erstellten Inhalte zum Beispiel
an eine DataMining-Company verkaufen, die Nutzerprofile erstellen kann, für eigene Werbung nutzen oder für Werbezwecke anderer verkaufen, mit Werbeinhalten versehen (z.B. Text mit Werbelinks unterlegen), zu löschen und so meine gesamte “Onlineidentität” auf dieser Plattform zu vernichten.Als ich in die neuen Twitter-AGB schaute, stellte ich fest – “Oh, das behält sich Twitter ja auch vor“. Aber ich fühlte mich anders. Nicht entrüstet. Ganz im Gegenteil.
Twitter-AGB: Offenheit und TransparenzWas Twitter und Facebook bei der Änderung der AGB unterscheidet ist die Art wie sie vermittelt wird. Facebook versuchte klammheimlich die neuen Regeln einzuführen. Twitter dagegen
kündigte die Absicht über den Dienst Werbung zu nutzen vorher an vermittelte die Zielrichtung der AGB-Änderungen im Blog “…we leave the door open for advertising. We’d like to keep our options open…”, sagt mehrfach in den AGB, dass die getweeteten Inhalte dem Nutzer gehören (gut, man könnte dies auch als Floskel oder Finte abtun, nett klingt es allemal) und ermuntert die Nutzer am Ende der AGB Stellung zu den AGB zu beziehen und Vorschläge einzureichenDiese höfliche Herangehensweise scheint zu wirken. Bei Facebook fühlten sich die Nutzer damals wie ungefragte Mündel über deren Köpfe entschieden wurde. Bei Twitter haben sie dagegen das Gefühl Vertragspartner zu sein. Und das wirkt, weil es die Wahrheit ist.
Jedem Nutzer ist klar (oder sollte es sein) – “umsonst gibt’s nichts”. Plattformen wie Twitter, Facebook, Myspace, StudiVZ, etc. stellen uns ihre Dienste zur Verfügung, verlangen aber eine Gegenleistung. Die besteht in unseren Daten und den Rechten an Texten, Bildern und anderem was wir erschaffen. Und solange das Verhältnis zwischen dem was der Nutzer gibt und was er bekommt ausgewogen ist, hat jeder Verständnis dafür (ob da…
Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nicht mehr im Original verfügbar.Themen: Abmahnung , Protest , Würde , Agb , Daten , Proteste , Nutzern , Facebook , Twitter , Werbung , Medienkompetenz , Vertragspartner , Transparenz , Finte , Twitter AGB
Erschienen 14. September 2009 auf http://www.advisign.de/blog/.
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